«Einer der grössten Erfolge, den ich bisher feiern durfte»
12.08.2026 SulzLea Huber, U23-Europameisterin im Mountainbike Short Track
Die Liebe zum Radsport wurde ihr in die Wiege gelegt, die Erfolge verdient sie sich mit harter Trainingsarbeit. Am ersten August-Wochenende ist die Sulzer Profi-Radsportlerin im Tessin vor Heim-Publikum Europameisterin ...
Lea Huber, U23-Europameisterin im Mountainbike Short Track
Die Liebe zum Radsport wurde ihr in die Wiege gelegt, die Erfolge verdient sie sich mit harter Trainingsarbeit. Am ersten August-Wochenende ist die Sulzer Profi-Radsportlerin im Tessin vor Heim-Publikum Europameisterin geworden.
Simone Rufli
Dieser Erfolg sei umso schöner und bedeutender, sagt die 22-Jährige, längst wieder daheim im Fricktal am Trainieren, «weil es mir in dieser Saison bisher nicht wunschgemäss gelaufen ist. Ich fuhr im U23-Weltcup zwar nicht schlecht, war regelmässig in den Top zehn, aber es reichte mir nie aufs Podest». Dass es nun ausgerechnet an der Europameisterschaft und erst noch an einer Heim-EM geklappt hat, dass sie einen Tag erwischt hat, an dem alles zusammenpasste, «das konnte ich in den ersten Tagen nach dem Erfolg kaum glauben».
Die Goldmedaille gewonnen hat Lea Huber in der Disziplin Short Track, auf einem, wie der Name sagt, kurzen, technisch nicht sehr anspruchsvollen Rundkurs. «Das Tempo war von Anfang an sehr hoch», so Lea Huber. Gefahren wurden neun Runden, die Zeit pro Runde ungefähr zweieinhalb Minuten. «Im Short Track entscheidet die Taktik über den Erfolg, viel mehr als das technische Können», sagt sie. Kein Problem habe ihr die Hitze bereitet. «Erstens war es für alle gleich und zweitens haben wir uns im Training mit der Schweizer Nationalmannschaft auf die hohen Temperaturen vorbereitet. Am Renntag selber halfen dann Getränke, Kühlwesten und Eisbäder, die Körpertemperatur tief zu halten.»
Die EM im Tessin war für die Schweizer Athletinnen und Athleten sicher mit einem Heimvorteil verbunden. Das Nationalkader hatte zur Vorbereitung eine Woche vor den Titelkämpfen auf der Cross-Country-Strecke in der Gemeinde Monteceneri am Fusse des Monte Tamaro trainieren können. «Die Short Track-Strecke aber haben wir nur gesehen, darauf trainieren durften wir, wie alle anderen, erst am Tag vor dem Rennen.»
Mit zwölf Aargauer-Meisterin
Zum Velofahrern kam die Sulzerin durch ihre Familie. Der Vater war als Jugendlicher Strassenrennfahrer und wechselte später aufs Mountainbike. Seine Leidenschaft für den Radsport gab er an den Nachwuchs weiter. Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde Lea Aargauer-Meisterin im Mountainbike und seither reiht sich Erfolg an Erfolg. 2019, im Alter von 15 Jahren, konnte sie an den Olympischen Jugendspielen in Baku teilnehmen, qualifizierte sich für die U17-EM und wurde dort zur Europameisterin gekürt. Im August 2021 kehrte sie mit der Bronzemedaille im Gepäck von der U19-EM in Serbien heim.
Auch Leas Bruder Jan ist erfolgreich unterwegs. Gemeinsame Trainings allerdings seien selten. «Er ist einfach zu schnell.» Beide wurden im vom Vater gegründeten Biketeam Sulz gross, dem sie nach wie vor angehören. Im Weltcup fährt Lea Huber inzwischen für das Schweizer Frauen-Team Nexetis. Europa- und Weltmeisterschaften bestreitet sie für das Nationalteam. Finanziell entschädigt wird die Profi-Sportlerin vom Team und zusätzlich unterstützt durch die Schweizer Sporthilfe.
Seit drei Jahren fährt die Sulzerin in der Kategorie U23. Die laufende Saison ist ihre letzte in dieser Kategorie. Ab der Saison 2027 wird sie sich mit der Elite messen.
Im Sommer 2024 hat sie die fünfjährige Sport-Kanti in Aarau abgeschlossen und die Sportler-RS absolviert. Seither konzentriert sie sich voll und ganz auf den Radsport. Neben Short Track und Cross-Country mit dem Mountainbike startet Lea Huber auch an Strassenrennen. «Im Gelände lernt man, das Rad jederzeit zu beherrschen, davon profitiere ich auch auf der Strasse.» Um beides, Mountainbike und Strassenrennen, unter einen Hut zu bringen, fahre sie aber nicht jedes Weltcuprennen im Mountainbike.
Das nächste Ziel: WM
Ende August aber startet Lea Huber an den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Italien (Val di Sole, 26.-30. August). Die Qualifikation dazu hat sie sich zeitgleich mit jener für die Europameisterschaft gesichert. Auch eine Teilnahme an den Strassen-Weltmeisterschaften im September in Kanada scheint möglich. «Die Selektionen sind noch nicht gemacht, aber ich hoffe, dass ich in Montreal dabei sein kann.» Wie auch immer, die Saison 2026 ist schon jetzt aus Gold. «Der EM-Titel ist einer der grössten Erfolge, den ich bisher feiern durfte. Er motiviert und zeigt mir, dass sich der Trainingsaufwand lohnt.»
Morgen Mittwoch startet die Europameisterin nun aber zuerst am Brugger Abendrennen.


