Am Samstagabend lud die Raiffeisenbank Wegenstettertal zur 100. Generalversammlung ins Zuzger Kulturzelt ein. 455 Genossenschafterinnen und Genossenschafter folgten der Einladung.
Janine Tschopp
Verwaltu ngsratspräsident Jascha Schneider-Marfels liess es sich nicht nehmen, ...
Am Samstagabend lud die Raiffeisenbank Wegenstettertal zur 100. Generalversammlung ins Zuzger Kulturzelt ein. 455 Genossenschafterinnen und Genossenschafter folgten der Einladung.
Janine Tschopp
Verwaltu ngsratspräsident Jascha Schneider-Marfels liess es sich nicht nehmen, als Auftakt zur 100. Generalversammlung mit den Mitgliedern auf das grosse Jubiläum anzustossen und den Abend mit einem «Konfetti-Knaller» zu eröffnen. Alle Genossenschafterinnen und Genossenschafter sangen «Happy Birthday Raiffi», bevor die offiziellen Traktanden behandelt wurden.
Alle Anträge des Verwaltungsrates wurden von der Versammlung ohne Diskussionen angenommen. Auch wurden die Verwaltungsräte Jascha Schneider-Marfels, Gerhard Wunderlin, Rolf Wunderlin und Stephan Ulm einstimmig wiedergewählt. Bei der Wahl von Verwaltungsratspräsident Jascha Schneider-Marfels gab es ebenfalls keine Diskussionen.
Unter Druck, aber zuversichtlich
Jascha Schneider-Marfels betonte, dass die Bank strategisch weiterhin auf den Umbau zur Beraterbank setze. «Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen.» Er sei überzeugt, dass die Raiffeisenbank Wegenstettertal auch in den nächsten Jahren eigenständig bleiben könne. Wichtig sei, dass die Bank gesund weiterwachse. «Stillstand ist keine Option. Wir müssen uns weiterentwickeln und andere Felder, wie zum Beispiel das Anlagegeschäft, fördern.» Es sei wichtig, dass die Bevölkerung im Tal hinter der Eigenständigkeit der Bank stehe und deren Dienstleistungen aktiv nutze.
Markus Häfliger, Vorsitzender der Bankleitung, präsentierte eine Bilanzsumme von 421 Millionen Franken und einen Jahresgewinn von 520 000 Franken. «Trotz der Steigerung der Bilanzsumme steht unsere Bank unter Druck. Die Grenzen unseres Einzugsgebiets, das stagnierende Wachstum im Tal sowie Neuzuzüger, welche oftmals nicht die gleiche enge Verbundenheit mit der Raiffeisenbank im Tal haben, wie diejenigen Kundinnen und Kunden, welche teilweise seit Jahrzehnten mit der Raiffeisenbank im Tal verbunden sind, bleiben für uns eine Herausforderung.» Als Herausforderung nannte Häfliger auch die 0-Zins-Politik der Schweizerischen Nationalbank, welche das Ergebnis beeinflusse.
Geschichten von früher
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Talk mit Heinz Kim, Thomas Freiermuth und Hilmar Gernet. Kim war von 1990 bis 1993 Verwaltungspräsident der Raiffeisenbank Zuzgen und erzählte aus früheren Zeiten. «Als wir uns 1979 entschieden, ein Haus zu bauen, haben uns mehrere Banken geschrieben und uns eine Hypothek angeboten», machte Kim Unterschiede zur heutigen Zeit deutlich. Thomas Freiermuths Grossvater, Emil Freiermuth-Schwarz, war vor 100 Jahren Mitgründer und erster Kassier der damaligen Darlehenskasse Zeiningen. Das Amt hatte er von 1926 bis 1958 inne und übergab anschliessend an seinen Schwiegersohn Walter Freiermuth-Freiermuth. «Der Kassenschrank stand in meinem Schlafzimmer», erzählte Thomas Freiermuth. Tagsüber ging sein Grossvater seiner Pflicht als Bauer nach und am Abend war der Vater von elf Kindern zu Hause, um für die Bevölkerung die Bankgeschäfte zu erledigen. Jascha Schneider-Marfels, der den Talk moderierte, wollte von Thomas Freiermuth wissen, was die Motivation seines Grossvaters war, sich so stark für die Bank einzusetzen. «Vermutlich war es die Gemeinschaft mit den anderen Bauern. Er wollte für alle die Möglichkeit schaffen, dank der Bank ein Darlehen aufnehmen zu können und so einen neuen Mäher oder eine Kuh zu kaufen», meinte Freiermuth.
Historiker Hilmar Gernet beleuchtete die Bank aus geschichtlicher Sicht. Raiffeisen Schweiz sei jetzt eigentlich bereits 140 und nicht 126 Jahre alt. Das Gründungsjahr der heutigen Raiffeisenbank Wegenstettertal stimme jedoch und sei tatsächlich 1926. Neben der Darlehenskasse Zeiningen seien vor hundert Jahren in der Schweiz 32 weitere Kassen gegründet worden.
Am Ende des Talks verloste der Live Cartoonist Jonas Raeber unter den GV-Teilnehmenden fünf Goldvreneli und bewies dem Publikum sein Können. Um 22 Uhr schlossen Jascha Schneider-Marfels und Markus Häfliger die kurzweilige 100. Generalversammlung und wiesen auf weitere Jubiläumsaktivitäten, wie beispielsweise das grosse Jubiläumsfest vom 11. September hin.