Klappernde Stricknadeln in besonderer Atmosphäre: Der Fricker Kinotempel Monti hat am vergangenen Samstagabend mit einem Strick-Kino Neuland betreten. Das Kinobetreiberpaar Martina Welti und Philipp Weiss waren selbst gespannt, wie der Event angenommen würde. Und es wurde auf Anhieb ein ...
Klappernde Stricknadeln in besonderer Atmosphäre: Der Fricker Kinotempel Monti hat am vergangenen Samstagabend mit einem Strick-Kino Neuland betreten. Das Kinobetreiberpaar Martina Welti und Philipp Weiss waren selbst gespannt, wie der Event angenommen würde. Und es wurde auf Anhieb ein voller Erfolg.
Sonja Fasler
Knapp hundert Personen folgten der Einladung: Frauen, überwiegend mittleren Alters, aber auch vereinzelt jüngere Teilnehmerinnen, und sogar ein oder zwei Männer waren auszumachen.
Ins richtige Licht gerückt
Auf der Leinwand flimmerte die Musikkomödie «Mamma Mia!», im Saal machten sich die Strickbegeisterten parat für zwei unterhaltsame Stunden mit Nadelklappern. Kinobetreiber Philipp Weiss erachtete den Film aus dem Jahr 2008 als besonders geeignet und lag damit goldrichtig.
Doch bevor der Streifen anlaufen konnte, wurde im Saal zunächst etwas experimentiert: Ziel war es, die idealen Lichtverhältnisse zu finden – nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel. Einerseits sollten die Teilnehmenden ja sehen, was sie machen, andererseits sollte aber auch der Film noch zu erkennen sein. Schliesslich gelang der Spagat zwischen ausreichender Sicht auf Leinwand und Handarbeit.
Masche um Masche im Takt der Musik
Während der Film lief, wurde eifrig im Takt der Musik der schwedischen Kult-Popband ABBA gestrickt und gehäkelt. In den gemütlichen Plüschsesseln sitzend, wurde an Schals, Mützen, Pullovern, Babykleidern und vielem mehr gearbeitet. War die Szene an der Leinwand besonders spannend, musste die Handarbeit aber auch mal ruhen. Allerdings zeigte sich: Fiel eine Masche, war es im dämmrigen Kinosaal nicht immer einfach, diese wieder aufzunehmen. Mehrfach war zu hören, dass sich vor allem einfache Strickprojekte ohne kompliziertes Zählmuster oder gleich das Häkeln empfehlen, da dort keine Maschen verloren gehen – besonders, wenn man dem Film noch gut folgen möchte. Es braucht eben erst Erfahrungswerte. Die Stimmung im Saal war locker und entspannt. Vor und nach dem Film und auch während der Pause wurde geplaudert, gelacht und neue Kontakte geknüpft. Viele Teilnehmerinnen genossen den Austausch und das gemeinsame Erlebnis sichtlich. Stricken erlebt derzeit ohnehin eine Renaissance, und das Strick-Kino scheint diesen Trend aufzugreifen. Die gelungene Premiere in Frick zeigte: Die Veranstaltung trifft den Nerv der Zeit.
Nächster Termin steht schon
Der Wunsch sei von Frauen des Strick-Clubs gekommen, der sich immer donnerstags im Restaurant von Fricks Monti trifft, verriet Philipp Weiss schmunzelnd. Sie hätten ihn regelrecht bestürmt, ein solches Format auszuprobieren, und innovativ wie er ist, beschloss er spontan, einen Versuch zu wagen. Dass die Nachfrage derart gross sein würde, überraschte aber sogar ihn. Aufgrund der positiven Resonanz ist bereits eine Neuauf lage für den kommenden Monat geplant. Gezeigt wird am Samstag, 28. Februar, um 17.30 Uhr die Musical-Komödie «Ewigi Liebi».