Zum 30-Jahr-Jubiläum: «Einheimische Hornisse» bewacht Stiftshalde
Auch wenn der Ortsname mit der grössten heimischen Wespenart nichts zu tun hat – die Hornisse gehört längst zu Hornussen. Am Freitag ist sie in die Stiftshalde heimgekehrt – ohne den Kreisel unten im Dorf zu ...
Zum 30-Jahr-Jubiläum: «Einheimische Hornisse» bewacht Stiftshalde
Auch wenn der Ortsname mit der grössten heimischen Wespenart nichts zu tun hat – die Hornisse gehört längst zu Hornussen. Am Freitag ist sie in die Stiftshalde heimgekehrt – ohne den Kreisel unten im Dorf zu verlassen.
Simone Rufli
Als die Blache sich in den Fühlern verfängt und dort festsetzt, werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an die Enthüllung des Stechpälmers im Kreisel in Effingen und an den minutenlangen Kampf, den sein Erschaffer, der Effinger Eisenplastiker Daniel Schwarz, an jenem 11. April 2026 bei Wind und strömendem Regen führte, bis sein Werk endlich von der Abdeckung befreit war.
Am Freitagabend in der Stiftshalde über Hornussen ging es dann doch viel schneller und unkomplizierter. Die Blache gab nach, so dass die Hornisse in der Abendsonne ein wunderbares Bild abgeben konnte: im Hintergrund der Rebberg, davor die Familie Fürst mit dem Eisenkünstler beim Anstossen auf 30 gute Rebjahre und rundherum rund 100 Gäste, die zur Feier des 30-Jahr-Jubiläums in die fürstliche Stiftshalde gekommen waren.
Alles andere als ein Zufall
Vor 21 Jahren hat Daniel Schwarz schon einmal eine Hornisse für Hornussen angefertigt, jene für den Kreisel, am westlichen Dorfeingang, an der Grenze zu Frick. Schon damals hatte die Hornisse nichts mit dem Ortsnamen Hornussen zu tun. Ein Zufall ist es trotzdem nicht, steht hinter der einen wie der anderen Hornisse doch der gleiche Fürst.
Als Präsident der Rebbau-Genossenschaft habe er im Jahr 2005 mit der Gemeinde zusammen dafür sorgen können, dass die Wahl des Kreiselschmucks «in die richtigen Bahnen gelenkt wurde», meinte Daniel Fürst am Freitag schmunzelnd. Die «richtigen Bahnen», das bedeutete für den Winzer nichts anderes, als dass das Erkennungsmerkmal und Logo der fürstlichen Weine zum weitherum sichtbaren Eingangstor des Dorfes wurde. Denn schon 2005 schmückte die Hornisse auf dem Rebblatt die Etiketten der fürstlichen Weine aus der Stiftshalde.
Für Eisenkünstler Daniel Schwarz war die zweite Hornisse «ein sportliches Projekt, weil am Ende alles so schnell gehen musste», wie er lachend betonte. Für Erika Fürst war es ein emotionales Ereignis – «Die Hornisse ist heimgekehrt». Und für Daniel Fürst ist das neue Wahrzeichen Freude und «ein Schutz gegen die Kirschessigfliege und die Asiatische Hornisse».
Im Rebbau nützliche Helfer
Während gemeine Wespen die reifen Trauben schädigen, indem sie sie anbeissen, sind einheimische Hornissen im Rebbau nützliche Helfer und ein natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie fangen grosse Mengen an Insekten, die dem Rebstock schaden könnten wie Fliegen, Raupen und Wespen und unterstützen so das ökologische Gleichgewicht im Weinberg.
Einheimische europäische Hornissen stehen im Kanton Aargau unter Schutz.
(sir)