Naturraum Alte Saline
Zum ersten Mal in der bald hundertjährigen Geschichte des Natur- und Vogelschutz Rheinfelden hat der Verein auf eigenem Land ein Naturschutzgebiet realisiert. Der Naturraum Alte Saline spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung und Vernetzung von ...
Naturraum Alte Saline
Zum ersten Mal in der bald hundertjährigen Geschichte des Natur- und Vogelschutz Rheinfelden hat der Verein auf eigenem Land ein Naturschutzgebiet realisiert. Der Naturraum Alte Saline spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung und Vernetzung von Amphibien.
Valentin Zumsteg
Was ein paar Monate und viel Arbeit ausmachen können: War die Parzelle 1607 hinter der Siedlung Alte Saline in Rheinfelden bis im vergangenen November überwuchert und mit invasiven Neophyten bewachsen, präsentiert sich die Situation jetzt komplett anders. Auf den rund 2500 Quadratmetern Land hat der Natur- und Vogelschutz Rheinfelden (NVR) ein Naturparadies realisiert, in dem sich eine vielseitige Tier- und Pflanzenwelt ausbreiten kann. Zwei Weiher sind entstanden, ein Damm mit einer Trockenmauer sowie verschiedene Steinhaufen und Totholz-Inseln. Mit diesen vielfältigen Strukturen soll die Parzelle einen ökologisch wertvollen Raum für Fauna und Flora bieten.
Zwei unterschiedliche Weiher
«Wir wollen damit unter anderem Amphibien und weitere wasserliebende Arten fördern», erklärt NVR-Präsident Albi Wuhrmann. Das neue Biotop ist ein wichtiger Trittstein bei der Vernetzung der verschiedenen Feuchtgebiete in Rheinfelden. Gelbbauchunken, Erdkröten, Ringelnattern, Grasfrösche, Molche und verschiedene Libellenarten sollen hier auf ideale Bedingungen stossen. Aber auch Vögel sollen von der Aufwertung profitieren. Beim Augenschein der NFZ ist gerade eine Drossel zu beobachten, die sich am Wasser bespritzt.
Der hintere Weiher, der weiter von den Wohnhäusern entfernt und durch einen Damm abgetrennt ist, soll während des ganzen Jahres wasserführend sein. Anders sieht es beim vorderen Weiher aus: Es ist geplant, dass dieser alljährlich im Herbst trockengelegt wird.
Viel Material wiederverwendet
Früher gehörte das Land einem Rheinfelder Gärtner, der dort unter anderem Steine lagerte. Der Naturund Vogelschutz konnte die Parzelle kaufen und das neue Naturschutzgebiet realisieren – es ist für den Verein, den es seit 1926 gibt, das erste auf eigenem Land. «Das macht es für uns besonders speziell», sagt Albi Wuhrmann. Für die Umsetzung des Naturraums musste kein Material zugeführt werden. Selbst die grossen Steinquader fanden sich auf dem Areal und konnten für den Damm verwendet werden.
Der Grossteil der Arbeiten ist Ende des vergangenen Jahres erfolgt, in den vergangenen Wochen wurden noch einige Sträucher gesetzt. Bei der Realisierung eines Naturschutzprojektes mit Weihern sei die Arbeit der Baggerführer von entscheidender Bedeutung, betont Albi Wuhrmann. «Die beiden, die hier zum Einsatz kamen, haben schon über 100 Weiher gebaut. Das funktioniert.» Rund 85 000 Franken hat der Natur- und Vogelschutz Rheinfelden mit Hilfe des Salzgutfonds der Schweizer Salinen und dank Beiträgen der Immobilieneigentümer der Alten Saline in den neuen Naturraum investiert. Die Pflege und den Unterhalt des Weihers wird der Verein übernehmen. Für Albi Wuhrmann und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist das Projekt gelungen: «Wir sind sehr zufrieden.»