Ein Kämpfer, der nicht aufgibt
27.08.2026 RheinfeldenKindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden
Der 16-jährige Güney Angi leidet an einer seltenen Muskelkrankheit. In der Reha Rheinfelden hat er bereits vier intensive Rehabilitationsblöcke absolviert. Sie helfen ihm, die Körperfunktionen möglichst lange zu erhalten.
Valentin Zumsteg
«Ich habe eine Muskelkrankheit, die immer schlimmer wird, je älter ich werde», sagt Güney Angi. Der 16-Jährige lebt mit einer sogenannten Selenon-Myopathie, welche auch die Atemmuskulatur beeinträchtigt. Der Jugendliche besucht regelmässig das Kindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden. «Um die Funktionen möglichst lange zu erhalten, muss ich Physiotherapie, Ergotherapie, Wassertherapie und noch weitere Therapien machen. Ich kann den Verlauf zwar nicht stoppen, ich kann den aktuellen Zustand jedoch etwas erhalten», erklärt Güney, der in Frenkendorf wohnt.
«Gute Fortschritte gemacht»
Vor zwei Jahren musste er sich einer Rückenoperation unterziehen, weil sich die Wirbelsäule verkrümmte. Eine weitere Verschlechterung hätte eine Schädigung der Organe zur Folge gehabt. «Nach der Operation ist es mir leider sehr schnell viel schlechter gegangen und ich landete im Rollstuhl.» Die Ärzte rieten ihm zu einer intensiven Rehabilitation. «Mit dieser Form der Therapie habe ich gute Fortschritte gemacht.» Mittlerweile hat er vier intensive Rehabilitationsblöcke absolviert.
Güney, der im August eine Lehre als Kaufmann beginnen konnte, ist jeweils mit viel Motivation bei der Sache. Dies bestätigt Kamila Wolak, stellvertretende Leiterin und Ergotherapeutin im Kindertherapiezentrum. «Das Hauptziel der Therapien ist die Förderung der Selbständigkeit im Alltag», schildert sie. Güney trainiert regelmässig Kraft und Ausdauer an verschiedenen Geräten, unter anderem auf dem «Nu Step» und mit dem Andago-Gehroboter. «Das therapeutische Üben der Bauchlage ist ebenfalls von grosser Bedeutung, da diese Position aufgrund von Schmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit zuhause nicht mehr selbständig eingenommen werden kann», erläutert Wolak. Im Hinblick auf den Lehrbeginn war eine weitere Verbesserung seiner funktionellen Fähigkeiten und seiner Selbständigkeit von grosser Bedeutung.
«Lächeln nicht verlieren»
Bei den Therapien gehe es teilweise lustig zu und her, erzählt Güney. «Man führt interessante Gespräche und tauscht sich aus. Die Therapeutinnen sind wie Kolleginnen und Kollegen geworden.» Manchmal schaut er Motivationsvideos, «damit ich nicht aufgebe». Für Güney ist klar: «Auch wenn ich mal nicht so motiviert bin, muss ich wieder aufstehen und weitermachen. Irgendwann wird man dann vielleicht dafür belohnt.»
Güney lacht gerne. Zum Schluss sagt er deshalb: «In einer anderen Klinik habe ich ein Mädchen gesehen, das keine Beine hatte und trotzdem immer lachte. Das ist mir geblieben. Ich finde es gut, wenn man sein Lächeln nicht verliert.»
Finanzierung bleibt schwierig
Wöchentlich werden in der Reha Rheinfelden über 350 Therapien für Säuglinge, Klein- und Schulkinder mit neurologischen oder orthopädischen Funktionsstörungen durchgeführt. Die Finanzierung ist eine Herausforderung, da die Krankenkassen und die IV die Kosten nicht für alle Therapien vollumfänglich übernehmen. Seit vielen Jahren helfen die «Stiftung zur Unterstützung des Kindertherapiezentrums der Reha Rheinfelden» und Sponsoren mit, das umfassende Angebot aufrechtzuerhalten. Morgen Freitag, 28. August, wird zum 18. Mal ein Charity-Golfturnier zugunsten dieser Stiftung durchgeführt. Dieses findet im Golf & Country Club Basel in Hagenthalle-Bas statt. Der Erlös kommt der Stiftung zugute.
(nfz)

