Ein Jubiläumsbuch gegen das Vergessen
10.03.2026 RheinfeldenZu seinem 100-Jahr-Jubiläum präsentiert der Natur- und Vogelschutz Rheinfelden ein umfangreiches Buch. Am Donnerstag ist die Vernissage gefeiert worden.
Valentin Zumsteg
Es ist ein imposantes Werk, das der Verein Natur- und Vogelschutz Rheinfelden (NVR) zu seinem ...
Zu seinem 100-Jahr-Jubiläum präsentiert der Natur- und Vogelschutz Rheinfelden ein umfangreiches Buch. Am Donnerstag ist die Vernissage gefeiert worden.
Valentin Zumsteg
Es ist ein imposantes Werk, das der Verein Natur- und Vogelschutz Rheinfelden (NVR) zu seinem 100-Jahr-Jubiläum vorlegt: grossformatig, mit über 130 Seiten und fast ein Kilo schwer. Das Foto eines Stieglitzes respektive Distelfinks schmückt das Titelblatt der schön gestalteten Publikation, die in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheint. «Das Buch ist ein Werk gegen das Vergessen», sagte Vereinspräsident Albi Wuhrmann am Donnerstagabend bei der Vernissage, die im Schützenkeller mit Musik der Band «Radio Dopamin» und vielen Gästen gefeiert wurde.
«Geprägt durch engagierte Menschen»
In der Schweiz gibt es heute 430 Natur- und Vogelschutzvereine, davon allein 120 im Kanton Aargau. «Unser Verein zählt stolze 100 Jahre. Seine Geschichte ist geprägt durch aktive, engagierte Menschen, die sich mit unglaublichem Einsatz und Wissen für die Bewahrung der Natur in unserer Region eingesetzt haben», so Albi Wuhrmann. Einige dieser prägenden Figuren sind im Buch portraitiert, zum Beispiel Gründungspräsident Theodor Bürgi, die langjährigen Präsidenten Ernst Schelling und Jean Riedi, aber auch Sachbuchautor Karl Weber sowie Martin Erdmann, der beim Bau von Naturschutzgebieten massgebend beteiligt war, und Ornithologe Gustav Käser.
Zusammen mit Markus Thüer und zahlreichen Gastautorinnen und Gastautoren hat Wuhrmann das Buch geplant und verfasst. «Beim Schreiben versuchten wir, einen roten Faden zu legen und immer wieder aufzuzeigen, welche Wirkung der NVR auf unsere Umwelt entfaltete. Warum braucht es uns eigentlich? Braucht es uns noch und in welcher Form?», so Wuhrmann.
Über 800 Dokumente sind beim Recherchieren für das Buch gesichtet worden, wie Markus Thüer ausführte. Wobei die Aufzeichnungen für die ersten 45 Jahre in einem einzigen Protokollbuch Platz gefunden haben. Gegründet worden ist der Verein am 27. Mai 1926 im ersten Stock des Hotels Ochsen. «Die naturverbundene Bevölkerung reagierte damit auf damals bereits sichtbare Umweltveränderungen, den Niedergang vieler Vogelarten sowie ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für den Wert der Natur und deren Erhalt», heisst es im Buch zu den Gründerjahren.
Grössere Schutzgebiete
In den vergangenen 100 Jahren zählte der Verein 77 Vorstandsmitglieder, neun Präsidenten, eine Präsidentin sowie 25 Ehrenmitglieder. Aktuell hat der Verein rund 330 Mitglieder. In den 1970er-Jahren waren es gemäss Albi Wuhrmann zwischen 500 und 600. «Unser Ziel ist es, wieder auf rund 500 Mitglieder zu kommen», so Wuhrmann.
Auch wenn die Geschichte des Vereins detailliert beschrieben wird, ist das Buch keine Nabelschau. Darauf weist auch der Buchtitel «Biodiversität im hochbeanspruchten Raum – 100 Jahre NVR Naturund Vogelschutz Rheinfelden 1926 bis 2026» hin. Ein grosser Teil der Seiten ist den Naturschutz-, Amphibienlaich- und Potenzialgebieten Rheinfeldens gewidmet. Ebenfalls ausführlich wird über die Artenförderung und die Bedeutung der Jugendarbeit berichtet.
Nicht fehlen dürfen die Zukunftsperspektiven. Die im Buch zitierten Expertinnen und Experten sehen zwei Schwerpunkte für die kommenden Jahre: Die Schaffung grösserer Schutzgebiete und die funktionale Vernetzung von Populationen. Dies wurde auch beim Podium anlässlich der Vernissage deutlich. Der Naturschutz soll heute stärker denn je in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Themen wie Siedlungsdruck, Infrastruktur, Landwirtschaft und Energiefragen stellen die Region vor komplexe Zielkonflikte.
«Ein Jubiläum ist kein Schlusspunkt, sondern eine Wegmarke», sagte Vorstandsmitglied Béa Bieber, die als Moderatorin durch den Abend führte. Es gibt also noch viel zu tun für den Natur- und Vogelschutz Rheinfelden.
Das Buch kann über den Natur- und Vogelschutz Rheinfelden bezogen werden. https://nvvr.jimdoweb.com




