Eine Identifikationsfigur für Effingen
14.04.2026 FricktalDer Stechpälmer passt perfekt zum eiförmigen Kreisel
Es begann im Oktober 2025 mit 12 Quadratmetern Stahlblech. Dann griff Daniel Schwarz zum Hammer und trieb die warmgewalzten Einzelteile auf dem Amboss in Form. Entstanden ist ein Kreiselschmuck, um den sich in Effingen seit ...
Der Stechpälmer passt perfekt zum eiförmigen Kreisel
Es begann im Oktober 2025 mit 12 Quadratmetern Stahlblech. Dann griff Daniel Schwarz zum Hammer und trieb die warmgewalzten Einzelteile auf dem Amboss in Form. Entstanden ist ein Kreiselschmuck, um den sich in Effingen seit dem Wochenende alles dreht.
Simone Rufli
Zuerst strömten die Menschen zum Kreisel, dann – kaum, dass am Samstag um 17 Uhr die Einweihungsfeier begonnen hatte, zuerst Böztals Gemeindeammann Robert Schmid und dann Stefano Donatiello (Leiter Unterhaltskreis IV, Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Kanton Aargau) ein paar Worte ans Publikum und den Künstler gerichtet hatten – strömte Wasser in Form von Regen vom Himmel herab. Der Festakt wurde von einem regelrechten Wolkenbruch begleitet. Beeindrucken liess sich davon niemand; nicht die zahlreichen Schaulustigen am Rand des Kreisels, nicht Philipp Kohler, der Projektleiter des Kantons für die Sanierung der Bahnhofstrasse Eff ingen, nicht der Stechpälmer, der das Geschehen von weit oben herab begutachtete und nicht sein Erschaffer Eisenkünstler Daniel Schwarz. Ihm fiel die knifflige Aufgabe zu, ausgerüstet mit einer langen Stange, die Blache vom Janus-Kopf seines Werkes zu entfernen.
Gewichtig und emotional
Der Stechpälmer ist Daniel Schwarz’ zehnter Kreiselschmuck und er ist aus mehreren Gründen besonders: er ist mit 350 Kilo Wappen- und 500 Kilo Kopf-Teil gewichtig, stellt eine zentrale Figur aus dem Effinger Eierleset dar, thront – äusserst passend – über einem eiförmigen Kreisel, und der Künstler hat ihn von zu Hause aus stets im Blick.
Entsprechend emotional war die Feier für den Eisenkünstler, der von allen Seiten Gratulationen, Worte des Dankes und des Lobes entgegennehmen durfte. «Ich habe Vollgas gegeben, immerhin steht er vor meiner Haustüre», meinte Daniel Schwarz lachend. «Es ist ein schöner Moment im Kommunalpolitiker-Dasein», freute sich Gemeindeammann Robert Schmid. Und Stefano Donatiello blickte auf die gesamten Sanierungsarbeiten an der Bahnhofstrasse zurück. «Der eiförmige Kreisel passt zu Effingen und Daniel Schwarz’ Können ist weitherum bekannt und unbestritten», meinte er und keiner da, der ihm widersprochen hätte. «In Effingen ist etwas Schönes entstanden, das Identität stiftet», schloss Donatiello.
25 Jahre nach dem ersten grossen Auftrag, dem Saurier im Stahlton-Kreisel in Frick, hat Daniel Schwarz in über 350 Arbeitsstunden mit Kreisel Nummer zehn seinem Dorf, in dem er aufgewachsen ist, arbeitet und wohnt, eine Identifikationsfigur geschenkt – und das erst noch punktgenau zum traditionellen Eierleset, das am Sonntag stattfand. Dessen Hauptfiguren liessen es sich denn auch nicht nehmen, an der Einweihung, die bei einem von der Gemeinde Böztal offerierten Apéro in der Alten Trotte ausklang, ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Der Frühling bezwingt den Winter
Die «Grünen» und «Dürren» lieferten sich am Eierleset ein buntes Duell
Nach intensiver Vorbereitung war die Vorfreude aufs Eierleset spürbar, und der Anlass lockte am Sonntag zahlreiche Besucher an die Dorfstrasse. Trotz Nieselregens herrschte beste Stimmung, als sich die Maskengruppen der «Grünen» und «Dürren» ein buntes Duell lieferten. Mit vollem Einsatz absolvierten Läufer und Reiter ihre Rennen, während die maskierten Figuren mit allerlei Schabernack für beste Unterhaltung sorgten.
Ein besonderer Höhepunkt war auch in diesem Jahr die Eierpredigt. Der Eierpfarrer traf mit seinen pointierten Worten genau den richtigen Ton und begeisterte die Zuhörer.
Seinen stimmungsvollen Abschluss fand das Fest beim geselligen Eiertätsch, bei dem gemeinsam der Sieg des Frühlings über den Winter gefeiert wurde. (mgt)







