Kunst im Freien: André Morgner über seinen besonderen Auftrag
Ein Bunker in Titterten (BL) strahlt in neuem Glanz. Verantwortlich dafür ist Graffiti-Künstler André Morgner aus Zuzgen. «Boogie», wie er in der Branche bekannt ist, schuf ein Objekt in einer ...
Kunst im Freien: André Morgner über seinen besonderen Auftrag
Ein Bunker in Titterten (BL) strahlt in neuem Glanz. Verantwortlich dafür ist Graffiti-Künstler André Morgner aus Zuzgen. «Boogie», wie er in der Branche bekannt ist, schuf ein Objekt in einer Vier-Jahres-Zeiten-Tarn-Bemalung.
Willi Wenger
Der vom Bunkerverein Titterterberg engagierte «Boogie» aus Zuzgen hat ein Werk an einem Weltkriegs-Bunker geschaffen, welches fasziniert. Es ist eine detailgetreue Vier-Jahres-Zeiten-Tarn-Bemalung, welche sich ins Gelände bei Titterten bestens einfügt.
«Boogie», aufgewachsen im Erzgebirge und beim Mauerfall 13 Jahre alt, hat ein Studium in Kommunikationsdesign absolviert. Er lebt jedoch seit mittlerweile siebzehn Jahren mit seiner Frau in der Schweiz, zuerst in Rheinfelden und seit sechs Jahren nun in Zuzgen. Der 49-Jährige, der sich seinen Namen «Boogie» selbst gegeben hat, sagt, dass es ihm bei diesem Auftrag des Bunkervereins nicht ums Militärische gegangen sei. «Es hat mich einfach fasziniert und war eine Chance und Herausforderung zugleich. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, einen Bunker zu gestalten?»
Auf wackeligem Untergrund
«Boogie» hat erstmals einen Bunker verschönert. Dies gelang ihm mit Unterstützung seines Sprayerkollegen Andrea Cocco alias «Peace» aus Bern. Die Herausforderungen waren anspruchsvoll, «zumal am Objekt keine einzige glatte Fläche vorhanden ist. Auch die Höhe der Wände sind nicht ohne gewesen», kommentiert «Boogie», musste doch ein grosser Teil der Arbeiten von der Leiter aus bei mitunter wackeligem Untergrund ausgeführt werden. Die dreidimensional inszenierte Bemalung sei anspruchsvoll gewesen. Aber: «Es hat mir und ‹Peace› grossen Spass gemacht, hier im Baselbiet tätig sein zu dürfen.» Es mache immer Spass, etwas Schönes zu hinterlassen.
In die Landschaft integriert
«Boogie» hat vor Jahresfrist in einem Spontanentscheid den Auftrag angenommen. «Es hat mich gereizt, dies an dieser Begegnungsstätte für einen Freundschaftspreis machen zu dürfen.» Entstanden ist, so auch die Beurteilung von Vereinspräsident Michael Lüscher, ein Kunstwerk, welches komplett in die Landschaft integriert ist. Auf die Frage, was passiere, wenn es regnet, stürmt oder schneit, sagt «Boogie», dass die Bemalung zu hundert Prozent farbecht bleibe.
«Boogie» ist als Graffiti-Künstler ein ehrgeiziger Macher. Graffiti hat ihn in mittlerweile 45 Länder auf allen Kontinenten geführt. Dieser Tage fliegt er nach Hongkong und Australien, um dort tätig zu sein.