Der Rheinfelder Ingo Stäubli besitzt einen Saab 96 mit Baujahr 1971. Das Auto ist nicht nur schmal und windschnittig, es sorgt auch für viel Fahrspass.
Valentin Zumsteg
«Das ist eine skurrile Kiste. Wenn ich damit fahre, muss ich immer schmunzeln», sagt Ingo Stäubli. Der ...
Der Rheinfelder Ingo Stäubli besitzt einen Saab 96 mit Baujahr 1971. Das Auto ist nicht nur schmal und windschnittig, es sorgt auch für viel Fahrspass.
Valentin Zumsteg
«Das ist eine skurrile Kiste. Wenn ich damit fahre, muss ich immer schmunzeln», sagt Ingo Stäubli. Der Rheinfelder Lehrer, der ursprünglich Automechaniker gelernt und später studiert hat, besitzt den grünen Saab 96 mit Baujahr 1971 seit rund eineinhalb Jahren. Er hat ihn zusammen mit einem Kollegen persönlich bei einem Garagisten im österreichischen Linz abgeholt und ist die gut 600 Kilometer nach Hause gefahren.
Von Linz nach Rheinfelden
«Ich hatte früher schon einmal einen Saab 96, damals aber mit dem Baujahr 1979. Er gefiel mir wegen der Gummistossstange aber nicht so gut, deswegen habe ich ihn wieder verkauft», erzählt Stäubli. Doch irgendwie liess ihn das Saab-Virus nicht los – und so hat er das ältere Modell mit Chrom-Stossstangen gekauft. Gebaut worden ist der Wagen im ehemaligen Saab-Werk in Trollhättan (S). Stäubli ist der dritte Besitzer. «Ursprünglich ist es für den amerikanischen Markt produziert worden, deswegen hat es die runden Scheinwerfer. Erste Besitzerin war aber eine Deutsche, die in der Schweiz wohnte und ihn hier einlöste. Später ist sie mit dem Auto nach Österreich gezogen. Dort wurde es an den Garagisten verkauft, von dem ich es schliesslich erworben habe», schildert Stäubli. Der Wagen ist in einem guten Zustand, der österreichische Garagist hat ihn totalsaniert und zahlreiche Teile erneuert.
Ingo Stäubli ist fasziniert von dem kleinen und schmalen Saab, der über ein äusserst windschnittiges Design verfügt. «Er ist sehr wendig und flink, ideal auch für die Stadt. Das Auto passt in jede Parklücke.» Der Vierzylinder-Motor mit 1700 Kubikmeter und 70 PS bringt es auf eine Spitzengeschwindigkeit von rund 145 km/h. Der Verbrauch liegt bei zirka 10 Litern pro 100 Kilometer. «Es ist ein sehr sicheres Auto. Es hatte schon damals einen 3-Punkt-Gurt, Scheibenbremsen und Frontantrieb. Die Kopfstützen gab es serienmässig.» Das Vier-Gang-Getriebe wird am Lenkrad geschaltet. «Für einen Schaltknüppel zwischen den Sitzen wäre es zu eng», so Stäubli. Die leistungsfähige Heizung zeugt von der schwedischen Herkunft. Der schwedische Fahrer Erik Carlsson hat mit einem Saab 96 in den Jahren 1962 und 1963 die Rally Monte Carlo gewonnen.
«Alte Autos haben Charakter»
Mittlerweile zählt der Saab von Ingo Stäubli 83 000 Kilometer, jährlich kommen rund 2500 Kilometer dazu. «Mit dem Wagen kann man problemlos überallhin fahren, auch nach Spanien. Er ist für den modernen Verkehr absolut geeignet. Das ist kein Schönwetter-Auto und kein Verkehrshindernis», betont Stäubli, der im Alltag ein Elektro-Auto fährt. Das Fahren mit dem Saab macht ihm aber mehr Spass; es gibt auch viel Goodwill von den anderen Verkehrsteilnehmern. Er will den Oldtimer auf keinen Fall in der Garage verstauben lassen, sondern nutzen. «Das ist ein Stück Kultur. Alte Autos haben Charakter und sollten gefahren werden. Die neuen Fahrzeuge sind austauschbar.»