Ein Allrounder geht in Rente
05.10.2026 PersönlichRobert Moosmann liebte die Arbeit im Freien
Der Wegenstetter Gemeindearbeiter und Brunnenmeister geht in Rente. Man traf ihn im Dorf während vielen Jahren als, wie er es bezeichnet, «Mädchen für alles» an. Er liebte seine Arbeit und er liebt sein Dorf.
Hans Zemp
...Robert Moosmann liebte die Arbeit im Freien
Der Wegenstetter Gemeindearbeiter und Brunnenmeister geht in Rente. Man traf ihn im Dorf während vielen Jahren als, wie er es bezeichnet, «Mädchen für alles» an. Er liebte seine Arbeit und er liebt sein Dorf.
Hans Zemp
Robert Moosmann lernte damals in Stein Sanitärinstallateur. Nach der Lehre zog es ihn nach Möhlin, wo er während beinahe zwanzig Jahren als Sanitär arbeitete. In Neubauten und im Service fand er an seinem Beruf Gefallen. Dennoch wollte er etwas anderes machen und erwarb darum den Führerschein für Lastwagen. Viele berufsbedingte Absenzen und damit verbunden das Wegsein von seiner Familie, von seinen Kindern, hielten aber seine Freude in Grenzen. Darum wollte er etwas anderes machen, vor allem nicht mehr auf Baustellen.
In dieser Zeit wurde in Wegenstetten, seinem jetzigen Wohnort, eine Stelle frei. Sofort war für ihn klar, dass er diese haben wollte. Er erhielt sie dann auch ab Mai 1999. Robert Moosmann, man ruft ihn im Bekanntenkreis auch Robi, startete seine neue Arbeit bereits zwei Wochen vor seinem eigentlichen Arbeitsbeginn und opferte seine Ferien, weil sein Vorgänger schon weg war und der Gemeinderat über dieses Entgegenkommen froh war.
Viele Bereiche wurden Robis Bereich
«Der äussere Dienst» wurde nun seine Domäne. Dazu zählten etwa der Friedhof, die Wasserversorgung, die Sportanlagen, der Strassenunterhalt, der Winterdienst, anfänglich noch das Feuerwehrmagazin und später die Schnitzelheizung.
Der Entscheid, den Job zu wechseln, war bei Robi Jahre zuvor gereift, und so kam ihm die frei gewordene Stelle in Wegenstetten sehr entgegen. Die Vielseitigkeit lockte und die Arbeit draussen war ein Muss. Sie war für ihn das A und O. Diese Vorliebe hatte er bereits als Kind auf dem Bauernhof seines Onkels und sie blieb ihm erhalten. Den Job-Wechsel hat er während all der Jahre «absolut nie bereut». Er liebte seine Arbeit und deren Vielseitigkeit über alles und schätzte auch die, hin und wieder, aus der Bevölkerung eintreffenden wohltuenden Komplimente. «Wenn die vollbrachte Arbeit gesehen und geschätzt wird, macht das Freude», sagt er dazu mit strahlenden Augen.
Die Freiheit war ihm ein hohes Gut
In all den Jahren genoss Robi Moosmann die grosse Freiheit beim Erledigen seiner Arbeit. Dazu windet er dem Gemeinderat ein Kränzchen. Mit einer positiven Einstellung führte er seine Arbeiten immer nach dem Motto aus: «Allzeit bereit sein zählt. Und die Qualität der Arbeit zählt.»
Seine beruflichen Steckenpferde waren der Friedhof, die blühenden Blumen auf den Brunnen und der Winterdienst bei Nacht. Es war schön, die Stassen verkehrsbereit zu haben, wenn sich die Leute am Morgen auf den Weg zur Arbeit machen wollten. Aber auch allen andern ihm übertragenen Arbeiten gewann er das Positive ab.
Wenn man Robi Moosmann nach Anekdoten fragt, lacht er und meint, er hätte viel Lustiges erlebt, jedoch nichts ausserordentlich Herausragendes. Weniger freute er sich über unbegründete Alarme. Diese hielten sich aber zahlenmässig auf tiefem Niveau. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Robert Moosmann jeden Tag seiner Anstellung auf die vielseitige Arbeit freute. «Es ist keine Frage, ich würde diesen Job alleweil wieder machen», so seine Bilanz. Klar habe sich in seiner Zeit viel geändert. Der Arbeitsumfang sei grösser geworden, aber auch professioneller, wenn man Anforderungen und Einrichtungen betrachtet. Er denkt da vorab an die Wasserversorgung. Die Betreuung dieser Abteilung war nicht immer einfach. Nicht zu seinen liebsten Aufgaben zählten die Büroarbeiten. «Ich bin der, dem man das Arbeiten auch an den Händen ansehen darf.»
Ab dem 1. Oktober ist Rente angesagt
Momentan geniesst Robi Moosmann seine letzten Ferien vor der Rente. «Langweilig wird mir nicht», lacht er dazu. Es ist schön, wenn man sich an tollen Sachen erfreuen darf. Dazu zählt auch der Herbst. Sicher würden aber in Zukunft einige Änderungen anstehen. «Aber ich habe keine Angst.» Er habe nicht auf den Tag der Pensionierung hin gearbeitet, sein Leben gehe weiter und viele Angelegenheiten würden darauf warten, angegangen zu werden.
Riesig freut sich der Neurentner, mehr Zeit mit seinem Grosskind Nora zu verbringen. Die Zweijährige ist schon jetzt regelmässig beim Opi.
Weiter werden auch die Männerriege, das Velofahren, aber auch der Sport ganz allgemein im Stellenwert nach vorne rücken. Sein Wohnwagen soll vermehrt zum Einsatz gelangen. Dies zuerst mal in der Schweiz. Es gebe da viele schöne Orte, die einen Besuch verdienen. Im nächsten Jahr stehe zusammen mit Gattin Iris eine «Tour de Suisse» mit dem Wohnwagen oder Camper auf dem Programm.
Robert Moosmann ist Familienmensch
Seine Familie bedeutet ihm enorm viel. Er freut sich an seinen beiden Töchtern und an klein Nora. «Es ist schön, zu beobachten, wie sie ihren Weg machen.» Und wenn Robi das sagt, kommt ihm der frühe Verlust seines Vaters in den Sinn. Für Robi war es während all der vielen Jahre enorm hilfreich, dass ihm seine Familie für seine vielen arbeitsbedingten Absenzen, oft zu Unzeiten, Verständnis entgegenbrachte. Er ist dafür dankbar, dass er so lange seine Arbeit so machen konnte, wie sie ihm gefiel, und er hofft auf weiterhin gute Gesundheit im Rentenalter.
Und Robert Moosmann wäre nicht Robert Moosmann, würde er seinem Nachfolger nicht das wünschen, was er selber erleben durfte.

