Ferienspass bei den Jägern
Die Jagdgesellschaft Zuzgen Ost bot zur Sommerferieneröffnung für Kinder einen Ferienspass zur Jagd an. Zwanzig Kinder liessen sich in die Geheimnisse des Waldes in der Heimat einführen.
Hans Zemp
Eine interessierte Kinderschar erlebte im ...
Ferienspass bei den Jägern
Die Jagdgesellschaft Zuzgen Ost bot zur Sommerferieneröffnung für Kinder einen Ferienspass zur Jagd an. Zwanzig Kinder liessen sich in die Geheimnisse des Waldes in der Heimat einführen.
Hans Zemp
Eine interessierte Kinderschar erlebte im Wald auf dem Zuzger Chriesiberg viel Spannendes zur Sommerferieneröffnung. Die Jagdgesellschaft Zuzgen Ost hielt für sie ein spannendes Programm bereit. Auf fünf Arbeitsplätzen bekamen die Kinder viele Informationen und lernten Eigenarten, Gewohnheiten zu den Tieren, die bei uns im Wald leben, kennen. Alle Arbeitsplätze waren mit Präparaten und Dokumenten bestückt und gaben so klare Eindrücke über Aussehen, Grösse und Spezialitäten einiger Tiere, die in der Stube des Wildes, also im Wald der engen Heimat, leben.
Obmann Gilbert Binkert zeigte Lebensgewohnheiten des scheuen Rehs auf. Neben Aussehen, Gepflogenheiten und Eigenheiten erfuhren die Kinder schwergewichtig auch, was heute zum Schutz der Rehkitze erfolgreich gemacht wird. Die Rehgeiss legt im Mai und Juni ihren geruchlosen Nachwuchs ins hohe Heugras. Dies gibt ihm in den ersten Lebenstagen Schutz vor vielen Feinden. Zu diesen Feinden zählen etwa Fuchs, Luchs, Verkehrsmittel, Hund und viele andere. Es gibt ihm aber keinen Schutz vor den heutigen grossen Grasmähmachinen.
Dies hat dazu geführt, dass vielerorts, auch in Zuzgen, Wiesen vor dem Grasmähen mit Drohnen überf logen werden. Wärmebildkameras dieser Geräte zeigen, wo sich die kleinen Rehlein befinden. So können sie vor dem Mähen mit Kisten abgedeckt und vor dem sicheren Tod gerettet werden. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten ist sehr erfolgreich. In diesem Sommer wurden beispielsweise auf einem drei Hektar grossen Feld sechs Kitze gefunden und geschützt.
Sichtgeräte helfen Tiere finden
Jäger Christian Meier liess die Kinder ein kleines Waldstück mit Sichtgeräten wie Feldstecher nach Tieren absuchen. Bei genauem Hinsehen fanden sie, teils gut getarnt, Fuchs, Luchs, Wildschweine, Dachs, Baummarder, Hasen und andere.
Ansichterfolge bereiteten dabei Freude. Spannendes bekamen die Kinder auch über den Fuchs, den «Fressfolger», zu hören. Ihn trifft man nicht nur auf dem Feld und im Wald, er findet sein Futter auch im Dorf am Katzenteller und im Kehricht. Aus vielen Gründen soll man Füchse nicht füttern, wusste Christian Meier zu vermitteln.
Jagdaufseher Stefan Scherf mit Tochter Lina und Sohn Lars verstanden es, Wissenswertes über Jagdarten und Wildschweine zu vermitteln. Das Pirschen mit und ohne Geräusch konnte geübt und gezeigt werden. Was eine Ansitz-, eine Treib- und eine Lockjagd sind, durfte erlebt werden. Die erzeugten Töne aus dem Jagdhorn haben ebenfalls eine Bedeutung erhalten.
Sebastian Wenger und Jean-Paul Schild, auch er Jagdpächter, wussten Spannendes über Jagdaufsicht, Unfälle, Verhalten in Sonderfällen und viel anderes aufzuzeigen. Jäger werden ist gar nicht so einfach. Der Ausbildungsprozess verlangt viel ab.
Die gute alte Juna von Jäger Markus Wicki leistete zum Abschluss bei ihrer Nachsuche trotz einiger Altersbeschwerden absolut treffsichere Arbeit. Mit einem Wettbewerb, bei dem die Kinder über erworbenes Wissen Bescheid geben durften (ein Preis dafür wurde ihr Lohn), und einer Wurst fand der Ferienspass auf dem Zuzger Chriesiberg seinen Abschluss. Nach der Rückfahrt ins Tal empfingen die Eltern ihre Kinder wieder.