Drei Frauen und ihr Beitrag zum Chaos
10.09.2026 RheinfeldenAm 10. Oktober feiert «Hello, Dolly!», die neuste Produktion der Fricktaler Bühne, im Kurbrunnensaal in Rheinfelden Premiere. Neben Horace Vandergelder, Cornelius und Barnaby werden drei Frauen für ziemlich viel Verwirrung sorgen.
Marcel Hauri
Für die rund 100 Mitwirkenden der Fricktaler Bühne beginnt in diesen Tagen die entscheidende Phase der Vorbereitung. Im Mittelpunkt, wie immer beim Musiktheater, die Solistinnen und Solisten, welche auf der Bühne für ein gehörig Mass an Missverständnissen, Scheinkonflikten oder Verwechslungen sorgen. Das ist beim Musical «Hello, Dolly!» des Komponisten Jerry Herman nicht anders. Neben den drei männlichen Hauptdarstellern Horace Vandergelder, Cornelius und Barnaby (in der NFZ bereits vorgestellt) tragen drei Solistinnen zum Chaos auf der Bühne bei.
Die Hutmacherin Irene Molloy führt in New York ein eigenständiges Hutgeschäft und gilt als erste Heiratskandidatin für den Geschäftsmann Horace Vandergelder. Natürlich kommt alles anders als geplant. Die in Olten wohnhafte Sarina Weber wird im Kurbrunnensaal in die Rolle der Hutmacherin schlüpfen. Der Weg der Mezzosopranistin zur Fricktaler Bühne erfolgte über Jeanne-Pascale Künzli, welche ab dem 10. Oktober die Rolle der Dolly spielen wird. Sarina Weber durfte bei der Boxopera-Produktion «Carmen» die Titelrolle singen, während Jeanne-Pascale Künzli die Micaëla verkörperte. «Die Zusammenarbeit hat so viel Spass gemacht, dass ich offenbar keinen allzu schlechten Eindruck hinterlassen habe», so Sarina Weber, die in einer früheren Produktion bereits Minnie Fay spielen und Irene Molloy aus nächster Nähe beobachten durfte. «Als mich Jeanne-Pascale Künzli später fragte, ob ich an der Fricktaler Bühne die Irene Molloy übernehmen möchte, musste ich nicht lange überlegen.» Sie freue sich riesig auf die Proben, auf die 20 Vorstellungen und auf das Zusammenwachsen im Ensemble. Zum Probenstart meint sie: «Ich liebe diesen Moment, wenn aus vielen einzelnen Menschen langsam ein Ensemble wird und eine Geschichte zum Leben erwacht.»
Auch Andrea Suter aus Liestal und Anna Gössi aus Solothurn können die Premiere am 10. Oktober kaum erwarten. Sie verkörpern in einer Doppelbesetzung die Rolle der «Minnie Fay», einer etwas naiven und quirligen Assistentin der Hutmacherin Irene Molloy. Andrea Suter spielt nach «die lustigen Weiber» (2019), «Im weissen Rössl» (2022) und Gräfin Mariza (2024) bereits zum vierten Mal bei der Fricktaler Bühne mit und ist vom Zusammenhalt auf und hinter der Bühne berührt. Sie gehe mit Respekt an ihre neue Herausforderung, ist doch Musical nicht ihr Spezialgebiet: «Musical zu singen, ist für mich eine Premiere. Ich singe neben Oper, Liedern und Kirchenmusik seit neuestem wieder Chansons und ich habe grossen Spass daran, stimmlich bisweilen ‹über den Hag zu fressen›.» Bei «Hello, Dolly!» mitwirken zu können, sei ein grosses Geschenk. «Ich versuche, damit sorgsam umzugehen und mein Bestes zu geben.» Die andere Minnie Fay spielt Anna Gössi. Auch sie hat ihre Premiere bei der Fricktaler Bühne bereits hinter sich. 2021 durfte sie bei Jeanne-Pascale Künzli für die Operette «Zum Weissen Rössl» vorsingen und erhielt damals die Rolle von Klärchen Hinzelmann. Auch sie freut sich auf viele schöne Momente vor und hinter der Bühne. «Das Schöne an unserem Beruf ist, dass man immer wieder in neue Rollen reinschlüpfen kann. Natürlich gibt es Dinge, die einem gut liegen und die auch vom Typ her gut passen und ich würde sagen, das ist bei der Minnie Fay der Fall. Es kommt aber auch immer darauf an, wie eine Rolle von der Regie angelegt wird. Ich lasse mich also gerne überraschen und freue mich drauf, mich ganz in die Rolle reinzugeben.»

