«Dieser Ort steht allen offen»
22.09.2026 RheinfeldenAuf eine hundertjährige Geschichte blickt der Waldfriedhof Rheinfelden inzwischen zurück. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten wurde er am letzten Samstag mit einem vielfältigen Programm der Öffentlichkeit vorgestellt.
Petra Schumacher
Die Friedhofskapelle war bis auf den ...
Auf eine hundertjährige Geschichte blickt der Waldfriedhof Rheinfelden inzwischen zurück. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten wurde er am letzten Samstag mit einem vielfältigen Programm der Öffentlichkeit vorgestellt.
Petra Schumacher
Die Friedhofskapelle war bis auf den letzten Platz besetzt. Gross war das Interesse der Bevölkerung, die durchgeführten Erneuerungsarbeiten an Kapelle, Auf bahrungshalle und der Parkanlage anzuschauen. Stadtpräsidentin Claudia Rohrer begrüsste zusammen mit Vertretern verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften die Anwesenden. Die Stadtpräsidentin erinnerte: «Als der bisherige Friedhof am Kupfertor aufgegeben werden musste, entstand eine Diskussion um einen neuen Friedhof. Ich bin froh, dass sich die Ortsbürger- und die Einwohnergemeinde für diese, für ihre Zeit moderne, grosszügige Anlage entschieden haben. Rheinfelden besitzt einen der wenigen noch existierenden Waldfriedhöfe der Schweiz.»
Die Vertreter der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften würdigten in ihren Reden die Umbauund Sanierungsarbeiten. So wies Peter Feenstra von der Christkatholischen Kirche auf die Offenheit hin: «Kapelle und Auf bahrungshalle kommen ohne jeden religiösen Bezug aus. Hier kann sich jeder Mensch mit seinem eigenen Glauben wiederfinden. Damit steht dieser Ort wirklich allen offen.» Zu den Veränderungen auf dem Waldfriedhof zählt das neue muslimische Grabfeld. Dr. Halit Duran vom Verband der Aargauer Muslime würdigte diese Erneuerung: «Für mich ist das ein Ausdruck von Integration und Wertschätzung.»
Die Sanierung ist gut gelungen
Thematische Führungen und kurze Vorträge erklärten die durchgeführten umfangreichen Sanierungsund Erneuerungsarbeiten an den Gebäuden und der Parkanlage. Rolf Eichenberger ist seit 32 Jahren Friedhofsgärtner und wird als «die gute Seele des Friedhofs» geschätzt. «Die Sanierungsarbeiten waren wirklich dringend nötig. Unsere Gebäude waren nun einmal in die Jahre gekommen. Die jetzige lichtdurchf lutete Auf bahrungshalle in den hellen Tönen und mit dem neuen Cheminée finde ich sehr gelungen.»
An der Parkanlage wurde hingegen kaum etwas verändert. «Die Wegführung wurde etwas optimiert und wir haben neu gemergelt, mehr brauchte es nicht»,so Eichenberger.
Leuchtende Wandbilder
Nur wenig brauchte es auch für die Wandbilder von Jakob Strasser in der Kapelle. «Die Bilder mussten sorgfältig gereinigt werden, damit sie in der jetzigen Farbintensität wieder zu betrachten sind. Ansonsten waren sie zum Glück unbeschädigt», so Restauratorin Johanna Vogelsang. «Erst der dritte Vorschlag für die Serie von vier Wandbildern wurde vom damaligen Pfarrer akzeptiert», erzählt Andrea Strasser, die Tochter des Künstlers. «Meinem Vater war der Bezug zu Rheinfelden wichtig. So sieht man auf einem der Bilder St. Martin, der ja der Stadtheilige von Rheinfelden ist. Das Pferd auf dem er sitzt, ist unschwer als Brauereipferd zu erkennen, was von ihm eine Reverenz an Feldschlösschen war. Für St. Martin und den Bettler hat mein Vater zwei Arbeiter von Feldschlösschen ausgewählt, die ihm Modell standen.»
Symbolisch gut gewählt war das Harfenspiel von Arianna Savall am Brunnen in der Mitte der Parkanlage: der Friedhof als Ort der Trauer, der Besinnung, aber auch der Verbundenheit und der schönen Momente. «Wirklich gelungen, die Erneuerung» und «wunderschön» hörte man vielfach am Samstag. «Mir gefällt es hier sehr. Gern möchte ich hier begraben werden. Nur muss es nicht gleich sein», so eine Besucherin.


