Die Natur ist sein Daheim
24.05.2026 PersönlichRonnj Ackermann liebt aber auch das Gesellige
Musik und Jagd sind seine Domänen. Der Wegenstetter Ronnj Ackermann ist am liebsten draussen in der Natur, beobachtet und freut sich an der Ruhe, die er dort antrifft. Aber auch das Musizieren und die Geselligkeit bedeuten ihm sehr ...
Ronnj Ackermann liebt aber auch das Gesellige
Musik und Jagd sind seine Domänen. Der Wegenstetter Ronnj Ackermann ist am liebsten draussen in der Natur, beobachtet und freut sich an der Ruhe, die er dort antrifft. Aber auch das Musizieren und die Geselligkeit bedeuten ihm sehr viel.
Hans Zemp
Wer mit dem Jäger Ronnj Ackermann im Wald, in einer Jagdhütte, diskutiert, spürt förmlich, was ihm das Verweilen in der Natur bedeutet. Ein zweites Standbein bei ihm ist das Musizieren. Die Wurzeln dieser Neigungen gehen auf die Kindheitserlebnisse mit seinem Vater zurück. Dieser war Förster, Jäger und Musikant. Während 29 Jahren spielte der heute 51-jährige Ronnj Ackermann mit der Trompete und dem Flügelhorn in der Musikgesellschaft Concordia Wegenstetten mit. Heute trifft man ihn etwa noch als Aushilfsmusikant in Hellikon und Zeiningen an. Er lacht und meint, dass sein eigentliches Highlight in diesem Bereich das Spielen bei der Vereidigung der Schweizergardisten im Vatikan war. Die Musikgesellschaft Hellikon durfte bei dieser Vereidigung musikalisch mitwirken, weil der Aargau Gastkanton war und ein junger Helliker in Rom vorher seinen Dienst als Schweizer Gardist im Vatikan absolvierte und dieser die Organisation übernahm.
Es muss nicht immer alles so tierisch ernst sein, denkt Ronnj Ackermann. Und was eignet sich besser für lustige Unterhaltung als die Fasnachtsmusik. So spielt er bei den «Gugge Hellikä» mit und ist bei den Oldies Hellikon musikalischer Leiter.
Bei Jagdhornmusik fühlt er sich wohl
Ronnj Ackermann liebt ganz besonders auch die böhmische Blasmusik. Seit 2008 spielt er in der Blaskapelle Rhybuebe in Stein Flügelhorn und seit 2018 ist er bei dieser Formation Präsident. Bei ihm ist dieser Musikstil Favorit, weil diese Musik sehr verträglich, einfühlsam und für die Zuhörer verständlich sei. In den Vereinen gespielte konzertante Unterhaltungsmusik hebe die Stimmung ganz generell und erzeuge Freude und Spass, so hat er es erlebt.
Bei den Fricktaler Jagdhornbläsern trifft man Ronnj Ackermann mit seinem Fürst-Pless-Horn. Auftritte und Kameradschaft in dieser Formation bedeuten dem engagierten Wegenstetter wirklich viel. Bei freudigen, aber auch traurigen Anlässen treten die Jagdhornbläser öffentlich auf. Ronnj Ackermann ist seit 2021 Präsident des Aargauer Jagdhornbläserkorps. Diese Organisation, die 1963 ihre erste Generalversammlung abhielt, ist der Dachverband diverser Aargauer Jagdhorn-Bläsergruppen.
Wer Ronnj Ackermann fragt, warum ihm das Musizieren in Gruppen und Vereinen so viel bedeutet, bekommt spontan zur Antwort: «Kameradschaft ist hoch zu werten. Man kann so auch ein Netzwerk aufbauen und pflegen.» Man arbeite gemeinsam am Hobby und versuche, Ziele zu erreichen.
So erlebt Ronnj Ackermann die Jagd
Seit 2014 ist er im Besitz des Jagdpatents. Nach Jahren als Treiberchef in Wegenstetten absolvierte er erfolgreich die anspruchsvolle Prüfung. Bei der Vorbereitung kam ihm sein Vorwissen entgegen. «Man lernt viel dazu. Der Jagdlehrgang ist eine intensive Zeit und die Freude am Erfolg ist denn auch entsprechend gross.» Heute ist er Pächter im Revier bei der Jagdgesellschaft Wegenstetten und nimmt dort die Aufgabe der Jagdaufsicht wahr. Auch beim Jagdverein Hellikon trifft man ihn als Pächter an. Wenn man Ronnj Ackermann auf das Besondere bei der Jagd in den Revieren anspricht, leuchten seine Augen. «Die Natur lässt einen schöne Augenblicke erleben. Man kann herunterfahren und entspannen.»
Das gegenseitige Einvernehmen der Jäger mit den Landwirten im Tal beurteilt er positiv. Diese Zusammenarbeit sei für viele Rehkitze lebensrettend. Die gute Kommunikation und der Einsatz von Drohnen zur Ortung des Rehnachwuchses bringe erfreuliche Resultate.
Weniger erfreulich sind für ihn Wildunfälle, kranke Tiere und die nötigen Massnahmen bei solchen Begebenheiten. Er trifft auch immer wieder Hundebesitzer an, die ihre Lieblinge nicht unter Kontrolle haben und damit die Ruhe des Wildes stören. «Rücksicht wäre schon nötig.» Für ihn sind leidende, verletzte Tiere kein schöner Anblick. Darum gewichtet er Rücksichtnahme so hoch. Dies vor allem in der Setzzeit der Rehe. Also gerade momentan.
Aber das Positive überwiegt für Ronnj Ackermann bei Weitem. Er erlebt spannende Beobachtungen, besonders auch dann, wenn Rehgeissen ihre Kitze «besorgen». Auch das Verhalten der Wildschweine in der Rotte zeigt immer dann Spannendes, wenn die Rangordnung festgelegt wird. Die Bachendominanz wird deutlich gezeigt. Die Damen haben hier das Sagen! Ganz generell sind für Ronnj Ackermann das Wildverhalten und die damit verbundenen Beobachtungen lehrreich und sie können auch berührend sein.
Einzeljagd oder Gesellschaftsjagd
Für Ronnj Ackermann gehört beides dazu. Die Einzeljagd bringt mehr Ruhe, Entspannung und echt schöne Momente und Eindrücke. Bei der Gesellschaftsjagd hat die Komponente Kameradschaftspf lege eine Bedeutung. Am Jagdtag lebt man die Tradition mit all ihren Facetten gemeinsam. Ronnj Ackermann denkt da etwa an die Ehre, die dem bleibenden Wild gegenüber erbracht wird. Auf der Pirsch- und Schwarzwildjagd passiert immer etwas. Er erlebt dabei viel Überraschendes, Anspruchsvolles und Herausforderndes.
Der Waidmann Ackermann hat das Waidwesen im Blut. Ackermann ist nicht nur Pächter in Wegenstetten und Hellikon. Er ist auch Gast bei andern Gesellschaften und erhält viele Einladungen. Sein Hobby pf legt er ebenso im Elsass und in weiteren europäischen Ländern. Der dadurch entstehende Kontakt ist ihm viel wert. Im Ausland werde aber die Tradition, das Brauchtum, im Vergleich zur Schweiz nicht gleich hochgehalten und gelebt. Für die Zukunft wünscht sich der gelernte Automechaniker und heute als Klärwerkfachmann arbeitende Wegenstetter Gesundheit. Damit er seine Passionen auf breiter Ebene noch lange pf legen und ausleben kann.

