«Die Nachfrage nach Getränken ist derzeit sehr hoch»
02.07.2026 RheinfeldenBei Feldschlösschen wird rund um die Uhr gearbeitet Heisse Temperaturen, Fussball-WM und viele Veranstaltungen: Die Nachfrage nach Bier und Mineralwasser ist derzeit hoch.
Valentin Zumsteg
Das Wetter macht durstig – und das schon seit Wochen. Das merkt die Brauerei ...
Bei Feldschlösschen wird rund um die Uhr gearbeitet Heisse Temperaturen, Fussball-WM und viele Veranstaltungen: Die Nachfrage nach Bier und Mineralwasser ist derzeit hoch.
Valentin Zumsteg
Das Wetter macht durstig – und das schon seit Wochen. Das merkt die Brauerei Feldschlösschen beim Absatz. «Die Nachfrage nach Getränken ist derzeit sehr hoch. Aufgrund der Temperaturen gibt es viele Bestellungen für Mineralwasser, das wir an unserem Produktionsstandort in Rhäzüns herstellen», erklärt Mediensprecherin Gaby Gerber gegenüber der NFZ. Der Juni sei traditionell einer der wichtigsten Monate für den Rheinfelder Getränkeproduzenten. «Wir sind auf die Hochsaison immer gut vorbereitet mit einem Vier-Schicht-Betrieb in einigen Bereichen, der aber schon seit dem Frühjahr läuft. Grundsätzlich spürt man bei den Mitarbeitenden immer ein bisschen Vorfreude», so Gerber.
«WM-Effekt wird überschätzt»
In diesem Jahr kommt die Fussball-Weltmeisterschaft dazu. Wie stark schlägt sich diese beim Absatz nieder? «Gemeinsam Fussball schauen ist natürlich ein klassischer Biermoment. Allerdings wird der Effekt der WM oft überschätzt», erklärt Gaby Gerber. Über die Dauer des Turniers entspreche der zusätzliche Absatz des Schweizer Marktes rund eine Million Liter Bier. Gemessen an einem Schweizer Gesamtmarkt von rund 460 Millionen Litern pro Jahr sei das ein eher moderater Effekt. «Vereinfacht gesagt, bewegt sich der zusätzliche Absatz in einer Grössenordnung, wie sie auch durch die Wetterentwicklung zwischen einem sehr guten und einem sehr schlechten Wochenende entstehen kann.» Der Grund dafür sei, dass Bier in dieser Jahreszeit auch unabhängig von Fussballspielen konsumiert wird. «Bei schönem Wetter treffen sich die Menschen zum Grillieren, unternehmen Ausflüge oder verbringen Zeit mit Freunden und Familie – und konsumieren dabei ebenfalls Bier. Ein Teil des Konsums, der während eines Turniers stattfindet, wäre daher auch ohne Matchübertragungen angefallen.» Grundsätzlich seien Anlässe aller Art aber wichtig für das Getränke-Geschäft. Feldschlösschen beliefert jedes Jahr rund 7000 Veranstaltungen – von der Hockey-WM über Grosskonzerte in Stadien bis hin zur Hochzeit in der Dorfbeiz. «Einfluss auf den Bierabsatz hat jedoch nicht das einzelne Event, sondern die Summe vieler Gelegenheiten – und letztlich ein schöner Sommer», erklärt Gaby Gerber, die bei Feldschlösschen auch Mitglied der Geschäftsleitung ist.
Der Pferde-Sechsspänner von Feldschlösschen ist berühmt und ein beliebter Botschafter der Brauerei an vielen Anlässen. Kommt er bei diesen hohen Temperaturen überhaupt noch zum Einsatz? «Es kommt auf die Zeit, den Ort und die Dauer der Einsätze an. Wir wägen das gut ab. Das Tierwohl steht für uns immer an erster Stelle. Fürs Jodlerfest in Basel haben wir beispielsweise schon früh abgesagt», erklärt Gaby Gerber.
Bei hohen Temperaturen steigt nicht nur die Nachfrage nach Mineralwasser, sondern auch nach alkoholfreiem Bier. «Das alkoholfreie Bier ist generell weiterhin auf Wachstumskurs. Der Anteil am Gesamtmarkt liegt bei über 7 Prozent; wir gehen von einem weiteren Wachstum aus.» Als Trend bezeichnet Gerber die neuen gebrauten Getränke. Sie werden auf natürliche Weise fermentiert, bevor ihnen der Alkohol schonend entzogen wird. «Das Ergebnis ist ein Getränk mit 0,0 % Alkohol aus natürlichen Rohstoffen, das sich als beliebte Softdrink-Alternative etabliert hat. Dieses Jahr haben wir Bilz chill & relax lanciert mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Wir sind sehr erfreut über den Erfolg dieser Produkte.»
Vorarbeiten für neues Hochregallager
Parallel zur Getränkeproduktion laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten für das neue Hochregallager, das Feldschlösschen auf ihrem Firmenareal in Rheinfelden realisieren wird. Dazu erklärt Gaby Gerber: «Wir haben unsere temporäre Logistikfläche nun erstellt, damit wir während der Bauzeit das Leergut lagern können. Die Baustelle während des laufenden Betriebs wird für uns eine grosse Herausforderung in den kommenden vier Jahren sein.»

