Die Maschinenhalle wird zur Kirche
15.10.2026 ZuzgenErntedank-Gottesdienst im Wegenstettertal
Nach zweijähriger Unterbrechung konnte der Erntedank-Gottesdienst der Kirchen im Wegenstettertal wieder auf dem Dornhof der Familie Sacher in Zuzgen gefeiert werden. In der zur Kirche umgestalteten Maschinenhalle versammelten sich die Teilnehmenden zu einer ökumenischen Feier, die von Dankbarkeit, Zuversicht und einer bewusst fröhlichen Note geprägt war. Dafür sorgte das ökumenische Team mit dem christkatholischen Pfarrer Stephan Feldhaus, dem neuen römisch-katholischen Priester Ozioma Nwachukwu und dem reformierten Kirchenpfleger Roger Leuenberger.
Ein schwieriges Erntejahr hinterlässt Spuren
Dass es neben aller Freude auch Grund zur Sorge gibt, wurde bereits zu Beginn des Gottesdienstes deutlich. Urs Schlienger aus Hellikon, Landwirt und Kirchenpf legemitglied der christkatholischen Kirchgemeinde Fricktal, schilderte die Folgen der langanhaltenden Trockenheit für die Landwirtschaft. Für manche Betriebe seien die Auswirkungen existenzbedrohend. So hätten einzelne Bauern wegen Futtermangels ihre Milchkühe zur Schlachtung bringen müssen. Auch das kommende Jahr könnte für viele Landwirtschaftsbetriebe schwierig werden.
Diese Sorgen sollten im Gottesdienst nicht ausgeblendet werden.
Vielmehr gehörten sie ebenso zum Erntedank wie die Freude über das, was gewachsen ist. Die Kollekte der ökumenischen Feier kommt deshalb dem bäuerlichen Sorgentelefon zugute – einer Anlaufstelle für Menschen aus der Landwirtschaft, die Unterstützung benötigen.
Musik, die Freude weckt
Einen wesentlichen Beitrag zur fröhlichen Stimmung leistete das Harmonika-Orchester Möhlin unter der Leitung von David Meyer. Mit seiner Musik verlieh es der Feier eine beschwingte Note. Auch nach dem Gottesdienst spielte das Orchester ein kurzes Konzert. Beim anschliessenden Apéro klang die Begegnung in gemütlicher Atmosphäre aus. Die Apérogruppe der katholischen Kirchgemeinde Zuzgen hatte die Köstlichkeiten vorbereitet, dazu wurden Wein und frischer Apfelsaft serviert.
Der Erntedank-Gottesdienst auf dem Dornhof verband zwei Erfahrungen, die zum Leben auf dem Land gehören: die Sorge um das, was die Zukunft bringt, und die Freude über das, was trotz allem geschenkt wird. Gerade in einem schwierigen Erntejahr wurde deutlich, dass Dankbarkeit und Fröhlichkeit nicht bedeuten, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschliessen. Sie können vielmehr Kraft geben, den Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. (mgt)

