Die letzte Saison vor dem grossen Umbau
24.03.2026 RheinfeldenZwischen Abschied und Aufbruch: historische Veränderungen im Fricktaler Museum Rheinfelden
Für rund zwölf Millionen Franken wird das Fricktaler Museum in den kommenden Jahren umgebaut und neugestaltet. Am Donnerstag beginnt die letzte Saison vor der grossen Erneuerung.
...Zwischen Abschied und Aufbruch: historische Veränderungen im Fricktaler Museum Rheinfelden
Für rund zwölf Millionen Franken wird das Fricktaler Museum in den kommenden Jahren umgebaut und neugestaltet. Am Donnerstag beginnt die letzte Saison vor der grossen Erneuerung.
Valentin Zumsteg
Es verändert sich einiges im Fricktaler Museum, die ersten Anzeichen sind bereits zu erkennen. Einzelne Räume sind schon leergeräumt, es scheint vieles in Bewegung. «Es ist ein historischer Moment», erklärt Museumsleiterin Kathrin Schöb. «Wir sind wie in einem Schwebezustand, kurz bevor etwas Grosses losgeht», ergänzt Stella Barmettler Wälti, stellvertretende Museumsleiterin. In den kommenden Jahren wird das Haus zur Sonne, in dem das Museum seit 1934 beheimatet ist, grundlegend umgebaut und erneuert. Die Rheinfelder Einwohnergemeinde-Versammlung und die Ortsbürger haben dafür im vergangenen Juni brutto über 12 Millionen Franken bewilligt, der Kanton hat aus dem Swisslos-Fonds 3,5 Millionen Franken zugesagt. Die beiden Museumsleiterinnen sind noch heute tief berührt, wenn sie daran denken, wie die grossen Kredite von den Bürgerinnen und Bürgern gesprochen worden sind. Sie fühlen sich beim Neubauprojekt von der Bevölkerung getragen.
Ein letztes Mal
Doch neben dem Künftigen beschäftigt das Museumsteam aktuell auch das Gegenwärtige. Am Donnerstag wird die neue Saison eröffnet, es ist die letzte im «alten» Museum, noch einmal gibt es «Menschen & Geschichte» im altehrwürdigen Haus zu erleben. «Wir lassen bewährte Ausstellungen, vertraute Objekte und Geschichten in verschiedenen Rundgängen ein letztes Mal lebendig werden», sagt Kathrin Schöb. Zu sehen gibt es also ein «Best of» – wie bei einer Band, die auf ihrer Abschiedstournee nochmals die grossen Hits zum Besten gibt.
Um den aktuellen Schwebezustand zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar zu machen, hat das Museum in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturbüro die beiden Kunstschaffenden Kathrin Kunz aus Möhlin und Stefan Rüegg aus Rheinfelden eingeladen, mit Kunstinterventionen ihre Sicht auf die Museumsarbeit aufzuzeigen. Ihre Arbeiten werden in zwei bereits leergeräumten Räumen präsentiert. Es soll eine spielerische Annäherung an die grossen Veränderungen sein, die anstehen. Gleichzeitig bietet Eleni Kougionis mit ihrer Foto-Reportage Einblicke in die Entstehung der Kunstinterventionen und in den laufenden Veränderungsprozess.
Bevölkerung kann mitanpacken
Wegen der grossen Pläne ist die neue Saison verkürzt, sie endet bereits am 28. Juni. Danach gibt es bis Ende Jahr noch einzelne Veranstaltungen, die in den Museumsräumen durchgeführt werden; auch ein Abschiedsfest ist geplant. In dieser Phase bietet sich der Bevölkerung zusätzlich die Gelegenheit, beim Räumen des alten Museums zu helfen. Unter dem Motto «Wir packen’s an – gemeinsam geht’s leichter» können Interessierte jeweils am 28. des Monats beim Räumen mitanpacken. Dabei geht es den Museumsverantwortlichen nicht darum, Geld für die Zügelmänner zu sparen. «Wir wollen die Bevölkerung mitnehmen und teilhaben lassen. Die Partizipation ist wichtig. Es bietet sich dabei die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen. Das neue Museum soll ein Museum der Leute sein; ein Ort der Begegnung und des Austauschs», betont Kathrin Schöb. Bis Ende Jahr soll das Haus zur Sonne ausgeräumt sein, damit voraussichtlich in der ersten Hälfte 2027 die Bauarbeiten beginnen können. Mit der Neueröffnung ist spätestens 2030 zu rechnen, rechtzeitig zum 900-Jahr-Jubiläum der Stadt Rheinfelden.
Vernissage zur letzten Saison im Fricktaler Museum. Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr im Rathaussaal, anschliessend im Museum. Anmeldung bis heute Dienstag, 24. März, an fricktaler.museum@rheinfelden.ch oder unter 061 835 57 80.

