«Die Arbeit im Fundus des SRF ist mein absoluter Traumjob!»
04.02.2026 PersönlichEs gibt wohl kaum etwas, das die gelernte Kauffrau und diplomierte Raumgestalterin nicht hervorzaubern kann aus den rund 2000 qm2 Fundusfläche an der Fernsehstrasse in Oerlikon und im Aussenlager in Pfungen. Manuela Hohl liebt ihre Arbeit beim SRF.
Regula Laux
Eine ...
Es gibt wohl kaum etwas, das die gelernte Kauffrau und diplomierte Raumgestalterin nicht hervorzaubern kann aus den rund 2000 qm2 Fundusfläche an der Fernsehstrasse in Oerlikon und im Aussenlager in Pfungen. Manuela Hohl liebt ihre Arbeit beim SRF.
Regula Laux
Eine herzhaft lachende Manuela Hohl begrüsst die Journalistin am Empfang vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF in Oerlikon. Nicht nur eine Begrüssungsgeste, wie sich später herausstellen wird, sondern ein entscheidender Wesenszug der Fünfzigjährigen. So erzählt sie im Verlauf des Besuches eine lustige Anekdote nach der anderen und bestätigt damit immer wieder ihr Eingangsvotum: «Die Arbeit im Fundus des SRF ist mein absoluter Traumjob!» Dies sei ihr sofort klar geworden, als sie mit ihren beiden Töchtern an einer Gratisführung beim SRF teilgenommen habe. Den damaligen «Besucher-Badge», änderte sie mit einem Filzstift auf einen «Requisiteur-Badge» um und legte ihn auf den Nachttisch.
Das erhoffte Stellenangebot folgte und wenige Monate nach der Familienführung im November 2009 durfte Manuela Hohl als ersten SRF-Auftrag für die Sendung «Happy Day» Schneetannen zusammenstellen und dekorieren. Der Badge liegt heute noch auf ihrem Nachttisch und soll daran erinnern, dass, wenn man sich etwas aus tiefstem Herzen wünscht und fest daran glaubt, es in Erfüllung gehen kann.
Wildsau auf dem Meteo-Dach?
Ja, und seither sei jeder Tag anders. Heute zum Beispiel hätten Studenten von der Zürcher Hochschule der Künste für einen Filmdreh in einem Spitalgang-Set medizinische Requisiten abgeholt. Oder kürzlich, als ein Meteo-Moderator per E-Mail anfragte, ob ein Esel im Fundus sei und sie geantwortet habe, dass dort zwar ein halber Zoo vertreten sei, aber leider kein Esel. «Gelegentlich könne man aber auf dem SRF-Areal dem einen oder anderen begegnen. Aber: Wenn ich ihm mit einer Kuh, einem Kalb oder einer Wildsau dienen könne, dann solle er sich wieder melden», erinnert sich Manuela Hohl sichtlich amüsiert an den Mailaustausch. «Darauf antwortete er, dass es sich um die Samichlaus-Sendung handle und er nicht gut mit einer Wildsau auf dem Meteo-Dach das Wetter präsentieren könne.» Der Rat der Fundus-Verantwortlichen: Er müsse dies nur richtig verkaufen, schliesslich müsse das SRF sparen und daher nehmen, was vorhanden sei, auch wenn es dann halt eine ausgestopfte Wildsau namens Wilhelmine sei, statt einem Esel. «Genüsslich schaute ich mir am 6. Dezember die Meteo-Sendung an und stellte mir neben unserem grossen roten Buch, der Rute, dem Jutesack, Glöggli und Laterne vor, wie sich unsere Wilhelmine an seiner Seite präsentiert hätte», kugelt sich die Requisiteurin vor Lachen.
«Unser Rollstuhl» in «Bon Schuur Ticino»
An diesem Nachmittag folgen noch so einige Anekdoten und Namen: Paola Felix, Beni Thurnherr, Sandra Boner und das «ausgestopfte Murmeli» … und die Beschreibung eines Kinobesuchs mit einer Freundin: «Wir waren in Fricks Monti und sahen uns den Film ‹Bon Schuur Ticino› an. Als ‹unser Rollstuhl› unsanft im Wald landete und in einer anderen Szene ein Auto in ‹unseren Hydranten› fuhr, da habe ich schon genau hingeschaut», so die Fundus-Verantwortliche augenzwinkernd.
Ähnlich sei es ihr auch bei den beiden neusten, von der SRG unterstützten Filmen «Ewigi Liebi» und «Hallo Betty» ergangen. In erster Linie seien es SRF-Produktionen, für welche die Requisiten des SRF-Fundus zur Verfügung stehen. Soweit es die personell sehr knappen Ressourcen zulassen, werden ausserdem Stammkunden aus Film-, Theater-, Werbung und der Eventszene bedient.
Ibiza als Kraftort
Beim Stöbern durch die Räume und Regale kommt man sich vor, wie in einer vorbildlich sortierten Brocki. So ist es nicht verwunderlich, dass Manuela Hohl den Besuch von Brockenstuben und Flohmärkten zu ihren Hobbies zählt. «Und Ibiza, mein Kraftort», erzählt sie begeistert. Sie habe zu ihrem Fünfzigsten kein Fest gemacht, sondern sich einen Monat Ibiza geschenkt.
Und klar, ihre Familie sollte in diesem Text über sie sicher auch noch erwähnt werden: «Mein Mann Frank hat mich immer in allem unterstützt, das schätze ich sehr. Und wir drei Frauen Annina, 20, Mia, 18 und ich sind auch ein Super-Team mit ganz viel Power und Kreativität.» Es erfülle sie nicht zuletzt mit Stolz, dass sie für das SRF arbeiten darf, weil ihre Kindheit von SRF-Formaten geprägt gewesen sei, erinnert sich Manuela Hohl. «Meine Grossmutter ‹kräbbelte› mir täglich während der Tagesschau den Rücken und liess sich immer für eine Zugabe überreden: bitte, nur noch bis der Wetterbericht vorbei ist!», erzählt sie, während sie die Tür vom Seitenausgang des SRF öffnet und lachend zum Abschied winkt.
Es gibt diverse Angebote für Einzelund Gruppenführungen durch die Radio- und TV-Studios des SRF, die zum Teil auch in den Fundus führen unter: https://www.srf.ch/sendungen/hallosrf/fuehrungen

