Der Waffenspezialist tritt kürzer
27.03.2026 PersönlichJean-Paul Schild liebt das Reisen und die Natur
Wenn man mit Jean-Paul Schild spricht, hat man einen Mann vor sich, dessen Lebensgeister nur so sprühen. Er fühlt sich bei der Arbeit genauso wohl wie in der Natur und auf Reisen. Dem zweiten Bereich will er schon bald mehr Zeit ...
Jean-Paul Schild liebt das Reisen und die Natur
Wenn man mit Jean-Paul Schild spricht, hat man einen Mann vor sich, dessen Lebensgeister nur so sprühen. Er fühlt sich bei der Arbeit genauso wohl wie in der Natur und auf Reisen. Dem zweiten Bereich will er schon bald mehr Zeit einräumen. Ende April gibt er die Geschäftsführung seines Waffengeschäfts in neue Hände.
Hans Zemp
Wenn man Jean-Paul Schild fragt, wie sein Interesse an den Waffen entstanden ist, studiert er nicht lange. Sein Vater sei Grenzwächter gewesen. So sei er schon in jungen Jahren auch mit der Polizei in Kontakt gekommen. Auf diese Weise durfte er auch bald einmal sehen und erleben, dass Waffen in diesen Kreisen zum Alltag gehören. Dies löste beim damals jungen Jean-Paul Schild Neugier aus. Er wollte wissen, wie diese Dinge funktionierten, welche Mechanik ihr Geheimnis war. Schon bald kam das Schiessen bei ihm dazu. Er begann selber Waffenteile zu fertigen. Er erwarb die nötigen Bewilligungen für seine Tätigkeiten. Eine Garage war sein Laden, sein erstes Geschäft. Diese wurde aber bald einmal zu klein. Expansion war angesagt. Dies führte in der Folge zum Geschäft in Wallbach, in dem er heute seine Wirkungsstätte hat. Seit 35 Jahren geht Jean-Paul Schild, der im April 64 Jahre alt wird, seiner Beschäftigung nun beruf lich nach. Anfänglich fand man in seinem Angebot auch Fischereiartikel. Dies ist nicht mehr so.
Beliefert Armee und Polizei
Die wachsende Nachfrage löste im Verlauf der Zeit seinen heutigen Grosshandel aus. Behördenkontakte intensivierten sich und ergaben weitere wichtige Beziehungen. Vor 21 Jahren kam die Vertretung der Glock dazu. So wurde Jean-Paul Schild Glock-Generalimporteur für den Schweizer Behördenmarkt. Bei der Armee und ebenso bei der Polizei trifft man Waffen und Zubehör aus dem Geschäft von Schild. Dies führte dazu, dass dieses Geschäft zu einem KMU heranwuchs und heute sechzehn Mitarbeitende beschäftigt.
Wenn man Jean-Paul Schild nach den Voraussetzungen fragt, die Bedingung sind, um in seinem Sektor erfolgreich sein zu können, meint er, dass die Lehre als Büchsenmacher und kaufmännisches Flair nötig sind. Der zweite Bereich darum, weil der administrative Aufwand heute sehr gross ist. Weiter sei ein tadelloser Leumund nötig. Mit diesen Voraussetzungen könne man sich an die Erreichung des Waffenhändlerpatents machen. Geschäftsräumlichkeiten hätten schliesslich einen angepassten Sicherheitsstandard zu erfüllen.
Wenn man wissen will, wer alles Waffen erwerben dürfe, erklärt Jean-Paul Schild, dass sich nur Leute mit gutem Leumund, die das Schweizer Bürgerrecht oder in der Schweiz wohnende Ausländer mit Aufenthaltsbewilligung C, sofern sie nicht aus Embargostaaten stammen, erfolgreich darum bewerben können. Wer Waffen besitzen will, muss sich an einige Dinge halten. So müssen etwa die Pflichten und Rechte des Waffenbesitzes klar sein. Aufbewahrung und Transport unterliegen Sicherheitsbestimmungen und die richtige Manipulation muss sitzen. Die Sorgfaltspf licht hat also hohen Stellenwert. Das Tragen von Waffen benötigt eine Waffentragbewilligung und diese wird nur in Ausnahmefällen und unter noch strengeren Auflagen erteilt. Theorie- und Praxisprüfung gehören dazu.
Jean-Paul Schild sagt, dass von keiner Waffe eine Gefahr ausgeht. Es sei immer die Person hinter der Waffe, die für die Sicherheit verantwortlich sei. Dies nach dem Motto: «Bleistifte machen keine Fehler.
Diese werden immer vom Anwender gemacht.» Darum sei es richtig, dass die Sicherheitsbestimmungen hoch geschraubt seien.
Waffen können missbraucht werden, wenn sie in den falschen Händen sind. Der Grossteil der Verbrecher hat keine Besitzbewilligung für das Waffentragen. Für Schild ist aber schön, dass Waffen für Hobbys eingesetzt werden können und dürfen. So können Traditionen in der Schweiz weiter gepf legt werden. Dies gilt für Schützen und Jäger.
Jean-Paul Schild hat viele Hobbys
Seit zwanzig Jahren kennt man Jean-Paul Schild als passionierten Jäger. Man trifft ihn seit vielen Jahren als Schützen. Daneben hat bei ihm auch das Sammeln von Waffen einen gewissen Stellenwert.
Seine Freizeit beinhaltet viele Facetten. Er ist gerne im Wald und lebt dort seine Naturverbundenheit aus, auch beim Holzen mit Kollegen. Der Wald hat bei ihm einen enorm hohen Stellenwert. Als Hobbykoch versteht er es, das «Fleisch aus dem Wald» zu Delikatessen zu verarbeiten. Aus seinen Gusseisentöpfen zaubert er viel Leckeres auf die Teller. Schliesslich liebt auch er gutes Essen sehr.
Aber auch das Reisen steht bei ihm hoch im Kurs, etwa nach Spanien zum Meeresangeln. Zusammen mit seiner Gattin Beatrice geniesst er die Ausflüge mit seinem Wohnmobil in der Schweiz und in Europa. «Ferien mit meiner Gemahlin sind mir das Allerliebste», sagt der vielgereiste Mann. Er kennt alle Erdteile von seinen ausgedehnten Reisen.
Die Geschäftsführung geht weiter
Jean-Paul Schild gibt sein grosses Wissen aber auch weiter. So bildet er aktuell zwei Büchsenmacher aus. Die Geschäftsführung geht Ende April an Tobias Hunziker über. Hunziker ist seit dreizehn Jahren im Betrieb und hat in dieser Zeit fast alle Betriebsbereiche durchlaufen. Er hat ursprünglich Automobilfachmann gelernt und wurde dann bei Schild zum Büchsenmacher ausgebildet. Weiter hängte er seiner Ausbildung den Technischen Kaufmann an und absolviert momentan an der Fachhochschule einen CAS in Leadership. Tobias Hunziker beabsichtigt, die aktuelle Betriebsphilosophie weiter zu pflegen und sich den Herausforderungen zusammen mit seinem Team zu stellen.
Geschäftsinhaber bleiben Jean-Paul Schild zusammen mit seiner Gattin Beatrice. Schild zieht sich aber aus dem operativen Bereich zurück. Er gibt sich sehr dankbar. Bei seinem Dank denkt er an seine Kunden für ihre langjährige Treue, an seine Mitarbeiter für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Loyalität. Vor allem denkt er aber an seine Gattin, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Für seinen weiteren Lebensabschnitt wünscht sich der rüstige und vielseitige Mann Gesundheit. «Alles andere ist zweitrangig.»

