Die Tage des ehemaligen Gasthauses sind gezählt
Im Zuge des Grossprojekts «Neue Mitte» wird das ehemalige Gasthaus «Quelle» beim Rheinfelder Bahnhof einem neuen Bushof weichen müssen. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis 1899 zurück – und sie geht bald zu Ende.
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Die Tage des ehemaligen Gasthauses sind gezählt
Im Zuge des Grossprojekts «Neue Mitte» wird das ehemalige Gasthaus «Quelle» beim Rheinfelder Bahnhof einem neuen Bushof weichen müssen. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis 1899 zurück – und sie geht bald zu Ende.
Valentin Zumsteg
Die Zeiten, als man in der «Quelle» beim Rheinfelder Bahnhof einkehren konnte, sind längst vorbei. Das Restaurant ist in den 1990er-Jahren geschlossen worden. Heute ist dort, an der Quellenstrasse 1, die J. Willers Engineering AG untergebracht. Doch auch diese Nutzung geht ihrem Ende entgegen, denn die Liegenschaft wird in den kommenden Jahren abgebrochen, damit ein neuer Bushof realisiert werden kann. Dies geschieht im Rahmen des Grossprojekts «Neue Mitte», welches für eine komplette Neugestaltung des Bahnhofgebiets und der umliegenden Areale sorgen wird (die NFZ berichtete).
Ein prägnanter Bau
Der Rückbau der «Quelle» kann aber erst beginnen, wenn das neue Dienstleistungsgebäude beim vorderen Teil des Roniger-Parks gebaut ist. Dort wird dann die J. Willers Engineering AG einziehen. Sobald die «Quelle» leer ist, geht sie in den Besitz der Einwohnergemeinde über und wird abgerissen. Gegen das Bauprojekt für das Dienstleistungsgebäude sind während der Auflage keine Einwendungen bei der Stadt eingegangen. Bis 2028 soll der Neubau erstellt sein, dann kann der Abbruch der «Quelle» beginnen. Die Tage des ehemaligen Gasthauses sind also gezählt. Gebaut wurde es 1899, wahrscheinlich nach Plänen des Architekturbüros Curjel & Moser. Der westseitige Anbau von 1928 ist vom Architekten Heinrich A. Liebetrau ausgeführt worden. «Das ehemalige Gasthaus bewahrt trotz baulichen Veränderungen seine wesentlichen malerischen Gestaltungselemente und baukünstlerischen Qualitäten des Aussenbaus. Das Gebäude ist ein prägnanter Bestandteil der Bahnhofplatzbebauung, welche sowohl einen ortsbaulichen Wert besitzt wie auch ein Zeugnis für die kulturtouristische Bedeutung Rheinfeldens in der Belle Époque darstellt», heisst es dazu im Bauinventar des Kantons Aargau.
Dort erfrischten sich die Kurgäste
Nach der Eröffnung der Bözberglinie 1875 erreichte ein internationales Publikum Rheinfelden mit der Bahn und wurde vom Bahnhofplatz mit Kutschentaxis in die verschiedenen Kurbetriebe gebracht. «Dieser gut frequentierte Ort war ideal für den Betrieb eines Gasthauses. 1899 wurde das Gasthaus Quelle fertiggestellt. Restaurantbetreiber und wohl auch Bauherr war Otto Henzi», ist im Bauinventar weiter festgehalten. 1961 ging die Liegenschaft in den Besitz der Rheinfelder Bierbrauerei Salmenbräu über. 1967 erfolgte eine Neugestaltung des Gartenrestaurants und später wurde auch das Innere grundlegend verändert.
Die Geschichte der «Quelle» geht – trotz ihres ortsbaulichen Wertes – nun bald zu Ende. Der Rückbau schafft Platz, für künftige Entwicklungen. Bleibt zu hoffen, dass es gelingt, in Zukunft rund um den Bahnhof wieder attraktive Gastrobetriebe anzusiedeln.