«Seitenwechsel» mit dem Duo «Ohne Rolf»
Das Duo «Ohne Rolf»? Das sind die beiden, die in ihren Bühnenprogrammen nicht reden, sondern blättern. Im Rahmen der Laufenburger Kulturtage «Fliessende Grenzen» blätterten sie mit Unterstützung aus dem Publikum in der Laufenburger ...
«Seitenwechsel» mit dem Duo «Ohne Rolf»
Das Duo «Ohne Rolf»? Das sind die beiden, die in ihren Bühnenprogrammen nicht reden, sondern blättern. Im Rahmen der Laufenburger Kulturtage «Fliessende Grenzen» blätterten sie mit Unterstützung aus dem Publikum in der Laufenburger Stadthalle.
Regula Laux
Zunächst ein paar Hintergrundinfos: Das Schweizer Duo besteht aus Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg, beide Jahrgang 1976 aus Luzern. Als sie Anfang der 2000er-Jahre als Strassentheater/Studenten-Kabarett angefangen haben, waren sie eigentlich zu dritt unterwegs mit einem Kollegen namens Rolf. Bei einem der ersten Auftritte konnte Rolf nicht kommen – und sie spielten zu zweit. Auf dem Programm stand dann: «Heute ohne Rolf». Daraus ist der feste Name des Duos geworden: «Ohne Rolf». Der passt perfekt zu ihrem Prinzip: Sie sprechen nicht, sondern blättern Plakate mit kurzen Sätzen weiter. Auch eine Art, sich zu unterhalten bzw. «unterblättern»! Seit 2004 sind Anderhub und Wolfisberg mit Programmen wie «Blattrand», «Schreibhals» oder «Jenseitig» im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs, und haben mittlerweile diverse Auszeichnungen in der Schweiz und in Deutschland erhalten.
Gewagtes Gedankenspiel
Auf Einladung des Kulturausschusses beider Laufenburg zeigten die beiden im Rahmen der Kulturtage «Fliessende Grenzen» ihre Produktion «Seitenwechsel». Ein nachdenklich stimmendes, manchmal gewagtes Gedankenspiel über die Relativität des Todes und die Unsterblichkeit von Kunst. Der Clou: Auf der Suche nach einem Ersatz für Jonas Anderhub, der dem (Bühnen-)Tod in die Augen schaut, werden immer wieder Menschen aus dem Publikum testweise als «Ersatz-Blättler» auf die Bühne geholt: Einem «Versicherungs-Heini» und einem Hypnotiseur folgen ein Professor und eine Lehrerin, bevor der Tod – mal männlich, mal weiblich – zum Blättern auf die Bühne kommt. Die Journalistin hinterfragt schliesslich das Blätter-Treiben kritisch.
Zufällig oder abgesprochen?
Eine Frage geisterte wohl den meisten Besucherinnen und Besucher an diesem Abend durch den Kopf: Handelte es sich um zufällig aus dem Publikum Ausgewählte oder um ein abgekartetes Spiel? Denn die gewählten Protagonisten passten rein optisch hervorragend zu den jeweiligen, klischierten, Berufen. Das Ergebnis der Recherche sei hier nicht verraten, auch nicht, ob ein Ersatz für Jonas Anderhub gefunden werden konnte und was der Tod schlussendlich ausrichtete. Schliesslich haben «Ohne Rolf» ihr viertes und mittlerweile zehn Jahre altes Bühnenprogramm «Seitenwechsel» auch weiterhin im Programm … Dies, obwohl sie seit 2021 auch mit dem Programm «Jenseitig» und seit 2025 mit «Unter Druck» blätternd unterwegs sind.