Françoise Moser ist neue Präsidentin des Planungsverbandes Fricktal Regio. Sie wurde am Mittwoch in Olsberg einstimmig gewählt. Die Versammlung beschäftigte sich auch mit der Zukunft des öffentlichen Verkehrs im Fricktal.
Valentin Zumsteg
Im Stift ...
Françoise Moser ist neue Präsidentin des Planungsverbandes Fricktal Regio. Sie wurde am Mittwoch in Olsberg einstimmig gewählt. Die Versammlung beschäftigte sich auch mit der Zukunft des öffentlichen Verkehrs im Fricktal.
Valentin Zumsteg
Im Stift Olsberg trafen sich am Mittwochabend die Abgeordneten des Planungsverbandes Fricktal Regio. 28 von insgesamt 32 Gemeinden waren vertreten. Die Versammlung wählte Françoise Moser, Gemeindepräsidentin von Kaiseraugst, einstimmig zur neuen Präsidentin. Sie tritt die Nachfolge von Christian Fricker an, der bereits Ende Mai aus gesundheitlichen Gründen als Präsident zurücktreten musste. Neu in den Vorstand wurde Gunthard Niederbäumer, Vizeammann von Frick, gewählt – ebenfalls einstimmig.
«Viel Herzblut»
Vizepräsident Franco Mazzi, der durch die Versammlung führte, würdigte die Arbeit des bisherigen Präsidenten Christian Fricker: «Du hast dich mit viel Herzblut für die Anliegen des Fricktals engagiert und warst ein umsichtiger, sachbezogener Präsident», sagte Mazzi. Fricker gehörte dem Vorstand insgesamt während rund 13 Jahren an, davon sechseinhalb Jahre als Präsident. In seiner Amtszeit wurden viele Projekte und Aktivitäten angestossen, wie Mazzi betonte. Fricker selber erklärte, dass ihm der Rücktritt nicht leichtgefallen sei: «Es ist eine umfangreiche und spannende Aufgabe. Ich hätte die Amtsperiode gerne noch fertiggemacht, doch der Körper spielte nicht mit. Ich danke allen für das Vertrauen.» Seiner Nachfolgerin und dem neuen Vorstandsmitglied wünschte er eine gefreute Zeit im Amt.
Diskussionslos genehmigte die Versammlung die Jahresziele 2024 und das Budget. Der Vorstand rechnet für das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag von 18 450 Franken. «Aufgrund der Fülle der Projekte ist das akzeptabel», sagte Mazzi. Er wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass sich das Verbandsvermögen per Ende 2022 auf 123 000 Franken belaufen hatte. Ein Verlust im kommenden Jahr ist also verkraftbar.
Wie weiter nach dem Nein zum Halbstunden-Takt
Nach dem statutarischen Teil beschäftigte sich die Abgeordnetenversammlung mit dem öffentlichen Verkehr. Im Juni 2023 hatte das Aargauer Stimmvolk den Halbstunden-Takt für die Regio-S-Bahn zwischen Stein und Laufenburg abgelehnt. Hans Ruedi Rihs, stellvertretender Leiter Sektion öV im Aargauer Baudepartement, nahm das Thema auf und referierte am Mittwoch über «die künftige Entwicklung des öV im Fricktal – wie weiter nach dem Nein zum Halbstunden-Takt». Aus Sicht von Rihs war die damalige Vorlage ungenügend: «Die Züge wären an der Kundschaft vorbeigefahren und hätten weder die Mehrzahl der Arbeitsplätze im Sisslerfeld noch den Schulstandort erschlossen. Es gibt bessere Lösungen.» Im Rahmen der Bahninfrastrukturplanung (Botschaft 2030) sei der Ausbau der S-Bahn zwischen Basel-Rheinfelden (Stein) auf den 15-Minuten-Takt ein Ziel des Kantons Aargau, ebenso ein 30-Minuten-Takt nach Laufenburg. Auch die Elektrifizierung der Hochrhein-Strecke auf deutscher Seite bringe für das Fricktal Verbesserungen, zumal das Generalabonnement und das Halbtax auf dieser Verbindung gültig sein sollen. Rihs wies auf den langen Zeithorizont hin, den es bei der Planung und Realisierung der Bahninfrastruktur immer wieder braucht: «Wir planen jetzt das Bahnangebot für 2050.» Die Busplanung sei da deutlich agiler. «Dort können wir innerhalb von zwei bis drei Jahren reagieren – wenn es genügend Chauffeure gibt.» Auch hier stellt er Verbesserungen für das Fricktal in Aussicht.