Der Herr der Modelleisenbahn

  16.04.2026 Rheinfelden

Das Albula-Gebiet im Miniformat

In jahrelanger Arbeit hat der Rheinfelder Peter Fleig eine riesige Modelleisenbahn-Anlage erstellt. Fertig ist das Werk nie – und darüber freut er sich sehr. Der nächste Ausbauschritt ist schon geplant.

Valentin Zumsteg

«Da stecken mindestens 3000 bis 4000 Arbeitsstunden drin. Aber das ist ja keine Arbeit, sondern Entspannung», sagt Peter Fleig mit einem Lachen. Der 74-jährige Rheinfelder steht in seinem Minireich: In einem Anbau seines Hauses auf dem Kapuzinerberg hat er eine riesige Modelleisenbahn-Anlage erstellt. «Ich habe damit begonnen, als ich pensioniert war. Ein halbes Jahr brauchte ich allein für die Planung. Das Albula-Gebiet diente als Vorbild», erzählt der ehemalige Malermeister mit eigenem Geschäft, der bereits als Bub eine kleine Anlage besass und bei seinem Onkel Fritz Fleig viel über den Modellbau lernte.

Rund 250 Meter Gleise, digitale Steuerung
Peter Fleig rechnete mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren, doch nach zweieinhalb Jahren stand die Anlage. «Fertig ist sie aber nie», sagt er mit einem Lachen. Immer wieder kommt etwas Neues dazu. Aktuell umfasst die Anlage rund 250 Meter Gleise, auf denen acht Züge gleichzeitig fahren können. Im oberen Teil ist die Rhätische Bahn unterwegs, im unteren die SBB. Der Fuhrpark von Peter Fleig ist beeindruckend, rund 50 Lokomotiven und unzählige Zugkompositionen gehören dazu, unter anderem der Bernina-Express, der Glacier-Express und – etwas ortsfremd – auch der Golden-Pass-Express. Die Züge kann er automatisch über eine digitale Steuerung losfahren lassen und gleichzeitig die Perron-Durchsagen auslösen.

Damit alles schön realistisch aussieht, hat Fleig Dutzende Gebäude erstellt, vom Maiensäss über Bahnhöfe und Kirchen bis hin zu Häusern, Schlössern und Ruinen. Das Landwasser-Viadukt ist ebenso zu sehen wie das Wiesen-Viadukt. Auf den Strassen verkehren Lastwagen, Postautos und Traktoren, die sich wirklich bewegen. Die Feuerwehr eilt zu einem Hausbrand, wo tatsächlich gelöscht wird. Gleichzeitig ist Musik von einer Chilbi zu hören, ein Fischer steht an der Albula und bewegt seine Angelrute, während ein Forstwart einen Baum sägt, der schiesslich umfällt. Andernorts bringt ein Sessellift die Touristen bergwärts. Wer genau hinschaut, entdeckt auch noch ein Pärchen beim Schäferstündchen in einer Ferienwohnung. Mit viel Liebe zum Detail sowie Humor hat Tüftler Peter Fleig eine Bergwelt im Miniformat entwickelt: «Das Bauen der Anlage macht mir am meisten Spass.»

«Der Nachwuchs fehlt»
Fast täglich verbringt Fleig einige Stunden in seiner Miniwelt, die Zeit vergeht dabei wie im Fluge. «Ich bin sonst eher ein Jufli», wie er selbst sagt, «aber hier bin ich ruhig und entspannt. Es gibt immer etwas zu tun und zu reparieren.» Peter Fleig hat viele Interessen und ist immer noch häufig unterwegs, aber die Modelleisenbahn ist sein grosses Hobby. Gerne besucht er die entsprechenden Fachgeschäfte und fachsimpelt mit Kollegen. «Wir haben Glück, in Gelterkinden und Pratteln gibt es noch solche Geschäfte. Das Hobby ist aber langsam am Aussterben, es gibt kaum Nachwuchs. Die Jungen sind lieber am Handy.» Um Interessierten seine Anlage zu zeigen und vielleicht ein paar Tipps zu geben, lädt Fleig im Herbst wieder zu einem Tag der offenen Tür.

Seine Anlage ist zwar schon viele Quadratmeter gross, doch der nächste Ausbauschritt ist bereits geplant. «Ich werde die Brauerei Feldschlösschen nachbauen, mit Anschluss zum Bahnhof Rheinfelden.» Peter Fleig rechnet damit, dass dies sicher nochmals ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen wird – und er sieht sehr glücklich dabei aus.


Wer die Anlage besichtigen möchte, kann sich bei Peter Fleig melden: pfleig@teleport.ch


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