«Es bedeutet mir viel, der beste Beachvolleyballer zu sein»
08.02.2026 Möhlin, SportDer Möhliner Beachvolleyball-Profi Leo Dillier wird von Swiss Volley als wertvollster Spieler ausgezeichnet («Most Valuable Player»), gleichzeitig erhält er die Auszeichnung als Spieler mit der grössten Entwicklung «Most Improved Player» (MIP).
Regula Rügge
Leo Dillier, nun sind Sie der beste Beachvolleyballer 2025 der Schweiz. Können Sie noch besser werden?
Leo Dillier: Natürlich! (lacht) Diese Auszeichnungen sind ein Meilenstein in meiner Karriere. Es bedeutet mir viel, der beste Beachvolleyballer der Schweiz zu sein, aber mein Ziel ist es, einer der besten der Welt zu werden.
Auf dem Feld wirken Sie wie die Ruhe selbst, selbst wenn das Spiel eng wird. Wie schaffen Sie das?
Diese Ruhe kommt erst mit der Erfahrung. Ich habe gelernt, dem Gegner nicht zu zeigen, wie es in mir drinnen aussieht. Die Kontrolle der Emotionen und der Körperhaltung ist ein wichtiges Element. Mein Ziel ist es, innere und äussere Ruhe zu finden, dann kann ich meine beste Leistung abrufen. Ich muss mich im Kopf genau sortieren, muss wissen, was meine Aufgaben und meine nächsten Schritte sind. So komme ich in den nötigen «Spiel-Flow» und kann mein bestes Beachvolleyball zeigen.
Fünf bis sechs Monate im Jahr sind Sie auf der ganzen Welt unterwegs für Trainingslager und Turniere. Was vermissen Sie auf Ihren Reisen?
Am meisten fehlt mir der Kontakt zu Familie und Freunden. Ich komme an Orte, an die ich sonst wahrscheinlich nie hingekommen wäre. Aber wir sind natürlich nicht für Ferien dort, sondern, um unsere bestmögliche Leistung abzurufen. Es ist eine Herausforderung, so zu planen, dass wir nach den Flügen und der Anreisen nicht komplett kaputt ankommen. In diesen Momenten vermisse ich mein Zuhause, die Ruhe und meinen Rhythmus.
Natürlich ermöglicht uns die Technik den Kontakt mit zuhause. Aber wenn wir ein wichtiges Spiel verlieren oder einfach nicht in den Spielfluss kommen, wäre es schon schön, mit einer vertrauten Person «live» reden zu können.
Bleibt bei diesen vielen Reisen genug Zeit für Regeneration?
Regeneration ist eine Herausforderung. Ich musste erst herausfinden, wie ich mich am besten erholen kann. Ein Problem sind die langen Flüge zum Beispiel nach Südamerika oder Australien und die Zeitverschiebung. Ich gewöhne mich bewusst bereits zuhause an den neuen Rhythmus. Ernährung ist auch ein grosses Thema. Oft sind bestimmte Nahrungsmittel, die ich gewohnt bin, in fremden Ländern nicht verfügbar. Ab und zu nehme ich auch Esswaren mit, wenn ich weiss, dass mir die Küche vor Ort nicht bekommt oder sie nicht die Nährwerte liefert, die ich benötige. Nach China nehme ich zum Beispiel immer meine Haferf locken und Frühstückmüesli mit.
Wie sieht ihr Terminkalender für die nächsten Monate aus?
Am Sonntag fliege ich für zwei Wochen nach Teneriffa ins Trainingslager. Alle Topteams der Welt bereiten sich dort auf den Start der World Tour vor. Danach trainieren wir nochmals in Bern. Anfang März geht es nach Brasilien, später nach Mexiko. Anschliessend kommen wir nochmals für zwei Wochen in die Schweiz, reisen dann erneut für etwa einen Monat nach Brasilien und kämpfen dort an drei Turnieren um weitere Punkte in der Weltrangliste. Ab Mai folgen weitere Turniere im In- und Ausland.
Was sind die Ziele für 2026 und die kommenden Jahre?
Das grosse Ziel dieses Jahr ist Mitte August die EM in Stare Jablonski (Polen). Natürlich wollen wir auch wieder Anfang Juli am Heimturnier in Gstaad vorne mitmischen. Im November startet dann schon die Qualifikation für Olympia 2028 in Los Angeles. Da wollen wir unbedingt dabei sein.
Dieses Interview erscheint hier in einer gekürzten Form.

