Was wäre, wenn mein Alltag ein Spielfeld statt ein Hamsterrad wäre?
Oder weshalb Verspieltheit hilft, mutiger und freier zu denken.
Delfine sind ausgesprochene Spieltiere. Sie verbringen mehrere Stunden pro Tag mit spielerischen ...
Was wäre, wenn mein Alltag ein Spielfeld statt ein Hamsterrad wäre?
Oder weshalb Verspieltheit hilft, mutiger und freier zu denken.
Delfine sind ausgesprochene Spieltiere. Sie verbringen mehrere Stunden pro Tag mit spielerischen Aktivitäten: Wellenreiten, kreative Interaktionen mit Objekten, soziale Jagdspiele, Sprünge und Drehungen. Und damit sind sie glücklich. Auch für uns Erwachsene ist das Spielerische essenziell. Spielen fördert Neugier, Experimentierfreudigkeit und Perspektivenvielfalt. Es aktiviert positive Emotionen und senkt Stresshormone. In spielerischen Situationen können wir Regeln temporär aussetzen, Hypothesen und Szenarien testen sowie neue Lösungswege finden. Leistungs-, Zeit- und Effizienzdruck, die Angst vor Fehlern und sozialer Bewertung behindern das Spielerische.
Was wäre, wenn wir uns als Erwachsene bewusst mehr Zeit zum Spielen nähmen – nicht heimlich, sondern offen, radikal und selbstverständlich? Vielleicht würden wir dann weniger funktionieren und mehr experimentieren, weniger kontrollieren und mehr entdecken. Spielen ist kein Luxus, sondern ein Trainingslager für Kreativität, Mut und echte Erneuerung. In einer Welt voller Druck und Daueroptimierung wäre das Spielerische eine stille, aber wirksame Ressource.
Zwei persönliche Reflexionsfragen:
• Wann und wo lasse ich in meinem Alltag Raum für Spontaneität und Humor?
• In welchen Situationen kann ich albern, verspielt oder spontan sein – und in welchen, weshalb nicht?
Requisite des Tages – die Einladung zu einem persönlichen Experiment:
Tragen Sie ein kleines Objekt bei sich, das Sie an Verspieltheit erinnert. Zum Beispiel einen Lego-Stein oder eine Glasmurmel und immer, wenn Sie es sehen, fragen Sie sich: «Wie kann ich gerade spielerischer sein?» Mit dem Anker erhalten Sie einen spontanen Impuls, das Spiel in den Alltag zu integrieren und Sie gewöhnen sich an kontrollierte und spielerische Risiken.
Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen. Ihre Meinung interessiert uns: redaktion@nfz.ch
Die «Denkreise» will aufrütteln – leise, aber nachhaltig. Jede Etappe bietet eine Möglichkeit, die eigene Erfahrungswelt kritisch zu hinterfragen. Denken jenseits der Norm kratzt an Gewissheiten. Es weitet den Blick für das, was denkbar ist. Machen Sie mit. Denken Sie mit. Und vielleicht auch: Denken Sie um!