Auch im Fricktal häufen sich Meldungen von Nestern der Asiatischen Hornisse. Beim Waldumgang des Forstbetriebs Jura-Rhein in Kaisten wurde deutlich, wie aufwendig deren Entfernung ist – und warum die Bevölkerung beim Eindämmen der Ausbreitung eine wichtige Rolle spielt.
Susanne ...
Auch im Fricktal häufen sich Meldungen von Nestern der Asiatischen Hornisse. Beim Waldumgang des Forstbetriebs Jura-Rhein in Kaisten wurde deutlich, wie aufwendig deren Entfernung ist – und warum die Bevölkerung beim Eindämmen der Ausbreitung eine wichtige Rolle spielt.
Susanne Hörth
«Die Asiatische Hornisse ist längst nicht nur ein Imker-, sondern ein gesellschaftliches Problem», betonte Renate Stäuble, Koordinatorin für die Bekämpfung der Asiatischen Hornissen im Kanton Aargau. Am Waldumgang des Forstbetriebes Jura-Rhein zeigte sie den vielen Anwesenden im Kaister Forst kurz auf, was die schnelle Ausbreitung der invasiven Hornissen für die heimische Insektenwelt bedeutet. Rund elf Kilogramm Insekten, der grösste Teil davon Bienen und Wildbienen, werden pro Jahr durch ein Volk Asiatischer Hornissen vernichtet. Werden diese Nester nicht im frühen Stadium entdeckt und von dafür ausgebildeten Personen entfernt, können sie einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen.
Trockenheit 2026
Noch vor wenigen Jahren vereinzelt festgestellt, ist die Asiatische Hornisse mittlerweile in der ganzen Schweiz nicht mehr aufzuhalten. Um die Verbreitung einzudämmen, wird auf die Nest-Vernichtung gesetzt. Im Jahr 2025 wurden im Kanton Aargau etwas mehr als 100 Nester der invasiven wie auch aggressiven Hornisse von ausgebildeten Schädlingsbekämpfern entfernt. Damit hat sich die Vorjahreszahl vervierfacht. «Wir gingen dieses Jahr von rund 500 Nestern aus, es waren, bedingt durch die Trockenheit bisher rund 150», so Renate Stäuble.
Auch im Einzugsgebiet des Forstbetriebs Jura-Rhein gingen und gehen immer wieder Sichtmeldungen von Primär- und Sekundär-Nestern ein. Primärnester sind klein und kugelförmig und werden von der invasiven Hornisse im Frühling an wettergeschützten Orten im Siedlungsgebiet gebaut. Im Sommer und Herbst zügeln sie aus Platzgründen in grössere Sekundärnester in Baumkronen.
Ein Mitarbeiter der Kaister Unterhaltsbetriebe zeigte der NFZ ein Foto sowie ein Kurzvideo über die Entfernung eines solchen Sekundärnestes im Gemeindewald. Die Bilder widerspiegeln deutlich, wie aufwendig und vor allem auch gefährlich eine solche Aktion ist. Ausgestattet mit Schutzausrüstung inklusive Gesichtsvisier werden die professionellen Schädlingsbekämpfer mittels Hebebühnen oder Drehleitern Richtung des in der Baumkrone hängenden Nestes gebracht.
Mehrfach betonte Renate Stäuble, wie wichtig die Meldung von Primärund Sekundärnestern ist. Denn: «Aus einem Nest können bis zu 100 neue Nester entstehen.» Nester, die auch in Hecken gebildet werden und bei der Gartenpflege unabsichtlich zerstört werden, was wiederum die Hornissen zum Angriff inklusive Stechen verleitet. Das Gleiche gilt auch bei Erntearbeiten im Obst- und Weinbau.
Auf halten lässt sich die Ausbreitung nicht mehr, eindämmen durch die Vernichtung der Nester hingegen schon. Daher ist die Bevölkerung gebeten, Sichtungen auf der Online-Plattform zu melden.
www.asiatischehornisse.ch