Das «Rybürgli» kommt weg
10.04.2026 MöhlinDiesen Monat beginnen die Arbeiten für eine Überbauung mit sechzehn Wohnungen. Für Geflüchtete, die im ehemaligen Restaurant untergebracht waren, gibt es eine Anschlusslösung.
Ronny Wittenwiler
Noch in diesem Monat soll das Restaurant Ryburg abgerissen werden. Doch eigentlich waren die Tage längst gezählt. Seit Sommer 2017 wirtete dort niemand mehr. Es gab immer wieder Anstrengungen, das Lokal weiterführen zu können, doch ein Pächter liess sich nicht mehr finden. Anfang 2023 dann verkaufte die damalige Besitzerfamilie das Grundstück mit rund 2300 Quadratmetern Gesamtfläche an die Anec AG von Roland Häsler und Marc Staub. Deren Pläne wurden früh schon kommuniziert – nun werden sie umgesetzt.
Entwicklung im Ryburg
Vorgesehen ist eine Bebauung mit sechzehn Mietwohnungen. Hinzu kommen im Erdgeschoss Räumlichkeiten für stilles Gewerbe. Das geplante Gebäudeensemble reiht sich damit ein in eine Entwicklung, die vor rund zehn Jahren eingesetzt hat – Optiker, Ärzte und weitere Dienstleister aus Gesundheitswesen und Verkauf sind mittlerweile in Möhlins unterem Dorfteil Ryburg angesiedelt, entstanden ist auch zusätzlicher Wohnraum. Das Investitionsvolumen für das Projekt beim ehemaligen Restaurant Ryburg beläuft sich gemäss Anec AG auf zehn bis zwölf Millionen Franken.
Lösung für Schutzsuchende
Bis vor kurzem waren im ehemaligen Restaurant Ryburg samt Anbau Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Die Gemeinde Möhlin hatte mit den Investoren eine solche Übergangslösung vertraglich vereinbart. Für die entsprechenden Personen habe man eine Anschlusslösung finden können, sagt der Investor. Das bestätigt auch die Gemeinde auf Nachfrage der NFZ.
Gemeindeschreiber Sylvain Steck teilt mit: «Wir standen in engem Austausch mit der Bauherrschaft beziehungsweise den Eigentümern des ehemaligen Restaurants Ryburg, sodass wir den Umzug der dort zuletzt untergebrachten Schutzsuchenden aus der Ukraine auf Mitte März planen und erfolgreich umsetzen konnten. Für die acht Personen konnten wir im Oberdorf eine neue Liegenschaft anmieten.»
Und so werden es für das «Rybürgli», ein Restaurant, das so manche Geschichte erzählen könnte, die letzten Tage. Es wird ein Verschwinden, das sich abzeichnete – damals, als sich die Zeiten geändert hatten und längst kein Pächter mehr gefunden werden konnte. Der Neubau soll Grössenordnung Ende 2027 fertig erstellt sein.


