Das neue Energie-Leitbild behalte bisherige Stossrichtung und Ziele bei, passe aber besser zu den beschränkten Mitteln der Gemeinde, begründet der Gemeindeammann den Austritt nach über zwanzig Jahren Mitgliedschaft.
Simone Rufli
«Die Gemeinde Wölflinswil setzt sich weiterhin ...
Das neue Energie-Leitbild behalte bisherige Stossrichtung und Ziele bei, passe aber besser zu den beschränkten Mitteln der Gemeinde, begründet der Gemeindeammann den Austritt nach über zwanzig Jahren Mitgliedschaft.
Simone Rufli
«Die Gemeinde Wölflinswil setzt sich weiterhin aktiv für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Energiepolitik ein», verspricht der Gemeinderat und kündigte letzte Woche den Austritt aus dem Label «Energiestadt» per 1. Januar 2027 an. Und weiter: «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass Wölflinswil mit diesem eigenständigen Weg die Handlungsspielräume einer kleinen Gemeinde optimal nutzen kann und die Energiewende dadurch weiterhin aktiv mitgestaltet.»
Der Austritt bedeutet keineswegs ein geringeres Engagement im Energiebereich, betont derweil Gemeindeamman Giuliano Sabato auf Anfrage der NFZ. Ausschlaggebend seien die Anforderungen und Prozesse; alle vier Jahre aufwändige Re-Audits, um die Qualität und das kontinuierliche Engagement der Gemeinde zu bestätigen, wiederkehrende Investitionen in die Software. Auf der anderen Seite die beschränkten finanziellen Mittel einer kleinen Gemeinde. Die Waagschale ist über die Jahre aus dem Gleichgewicht geraten. «Für eine kleine Gemeinde macht es mehr Sinn, die beschränkten Mittel in konkrete Projekte zu investieren», begründet Sabato den Austritt.
Abgesehen vom Label gehe der Gemeinde auch nicht wirklich etwas verloren. «Einzig der Vergleich mit anderen Gemeinden wird fehlen. Unsere Ziele aber bleiben mit dem neuen Energie-Leitbild gleich, ebenso die allgemeine Stossrichtung, die wir mit der Energiekommission übernehmen.» Wölf linswil hatte sich vor über zwanzig Jahren um die Mitgliedschaft beim Energiestadt-Label beworben, nicht zuletzt, um als Gemeinde eine Vorbild-Funktion einzunehmen. Mit Wirkung: Rund ein Drittel aller Einfamilienhäuser in Wölflinswil haben eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Insgesamt werden mit den Anlagen in der Gemeinde 1,1 Gigawatt pro Jahr produziert. «Dieser Vorbildfunktion sind wir uns nach wie vor bewusst», betont Sabato. Öffentliche Gebäude werden mit PV-Anlagen ausgerüstet. Auch aufs Dach der im Bau befindlichen neuen Turnhalle wird eine PV-Anlage montiert werden. Zudem finden regelmässig «Sonnentage» statt, gibt es Stände am Herbstmerkt, die Beratung in Energiefragen anbieten und selbst verständlich würden energetische Planungsinstrumente in die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) einfliessen.
Vorrübergehend auswärts
Voller Energie geht es auch beim Bau der neuen Turnhalle vorwärts. Um den alten Geräteraum abreissen zu können, mussten sämtliche Sportgeräte in die bestehende Turnhalle verschoben werden, wo sie nun bis zur Fertigstellung des neuen Geräteraums lagern. Das hat zur Folge, dass die alte Turnhalle bis Ende Dezember geschlossen ist. Turnen können Schulkinder und Vereine trotzdem. Sie haben ihre Beziehungen spielen lassen und geniessen nun Gastrecht in Turnhallen der Umgebung.