Das Kunsthaus des Fricktals schlechthin
07.02.2026 LaufenburgDas Laufenburger Rehmann-Museum feiert in diesem Jahr sein 25-Jahre-Jubiläum. Mit der Ausstellung «Fossile Energien» und der Umgestaltung des Skulpturengartens wird die Erfolgsgeschichte einer Institution gewürdigt, die zugleich Museum, Gedenkstätte und lebendiges ...
Das Laufenburger Rehmann-Museum feiert in diesem Jahr sein 25-Jahre-Jubiläum. Mit der Ausstellung «Fossile Energien» und der Umgestaltung des Skulpturengartens wird die Erfolgsgeschichte einer Institution gewürdigt, die zugleich Museum, Gedenkstätte und lebendiges Veranstaltungs- und Ausstellungshaus ist. «Wir sind das Kunsthaus im Fricktal», sagt Stiftungsratspräsident Rudolf Lüscher mit deutlicher Betonung auf dem Artikel.
Michael Gottstein
An der Tür, die von der Werkstatt zum Wohntrakt führt, hängt noch immer der Hut Erwin Rehmanns (1921 bis 2020), dem die Existenz des Museums zu verdanken ist. Indem er unbeirrt seinen eigenen Weg vom Realismus zur Abstraktion ging, wurde er zu einem der bekanntesten modernen Bildhauer der Schweiz, und trotz seines zunehmenden Erfolgs blieb er stets nahe bei den Menschen, setzte sich für seine Heimatstadt ein und war mit seinen Skulpturen in der ganzen Schweiz präsent. Der Kern des Museums ist das Wohnhaus samt Atelier, das immer wieder erweitert wurde, bis im Jahre 2001 mit der Fertigstellung des Anbaus die Geburtsstunde des Museums schlug. Der Anbau fügt sich in die Umgebung ein, passt sich dem Wohntrakt (der heute in Privatbesitz ist) an und bietet mit seiner gestaffelten, an Sheddächer erinnernden Konstruktion lichtdurchflutete Ausstellungsräume, die sich besonders für dreidimensionale Kunstwerke eignen. Gemäss ihres Wunsches, das Erbe des Künstlers zu bewahren und fortzuführen, gründete die Familie Rehmann eine Stiftung, die die Eigentümerin der Liegenschaft, der von der Familie eingebrachten Kunstsammlung und des Gartens ist. Der operative Betrieb des Museums liegt bei dem Team um Geschäftsführerin Patrizia Solombrino und Kurator Michael Hiltbrunner.
Das Museum erinnert mit den Exponaten und der Werkstatt an seinen Schöpfer, «der im Geiste immer bei uns bleiben wird», so Rudolf Lüscher, gleichzeitig öffnet es sich den Themen der aktuellen Kunstszene und veranstaltet jährlich zwei Ausstellungen, die durch Führungen, Veranstaltungen und Konzerte flankiert werden. Insgesamt wurden 40 Ausstellungen seit der Eröffnung realisiert, und jährlich kommen zwischen 2000 und 2500 Besucher zu den Kunstpräsentationen. «Wichtig ist die Verbindung von dem regionalen Bezug, den grenzüberschreitenden Aspekten und dem überregionalen Anspruch», so Rudolf Lüscher, daher lädt das Museum Künstler aus verschiedenen Ländern ein.
Eine ständige Herausforderung der Stiftung besteht auch darin, Erwin Rehmanns Skulpturen zu sichern, denn gerade die im öffentlichen Raum präsentierten Werke müssen gelegentlich Neubauten und Stadtplanungsprojekten weichen. Für diese Werke sucht die Stiftung neue Aufstellungsorte. So wurde das «Bronzene Vlies» von Aarau nach Laufenburg gebracht, die «Panta rhei»-Skulptur aus Zürich-Riesbach lagert zurzeit in Laufenburg bei einer Firma und wartet auf eine Neuaufstellung, und der für ein Privathaus an der Côte d’Azur geschaffene Brunnen fand an der dem Skulpturengarten zugewandten Seite des Museums seinen neuen und endgültigen Platz.
Nicht zuletzt sorgte die Stiftung dafür, dass der «überschäumende Brunnen» beim Feldschlösschen Rheinfelden nach einer Sanierung seinem Namen wieder gerecht wird.
Geleitet wird der Stiftungsrat von einem achtköpfigen Gremium, dem Rudolf Lüscher seit 2020 vorsitzt. Man sei insgesamt gut aufgestellt, dennoch sei das Stiftungskapital nicht unbegrenzt, weshalb die Stiftung für die Unterstützung durch den Kanton, den Swisslos-Fonds, die verschiedenen Partner und Privatpersonen und durch den Förderkreis dankbar ist. Sehr schön wäre es, so Lüscher, wenn neue Mitglieder dem Förderkreis beiträten.
Die Jubiläumsausstellung
Das am Rheinufer und dem grenzüberschreitenden Rundweg «Laufenburger Acht» liegende Museum befindet sich an einem auch in geologischer Hinsicht interessantem Ort, denn der Schlossberg stellt das grösste Vorkommen von Schwarzwaldkristallin diesseits des Rheins dar, ausserdem ist das Fricktal reich an Fossilien- und Saurierfunden. Diese Besonderheiten werden in der Ausstellung «Fossile Energien», die am Freitag, 13. März, beginnt und bis Sonntag, 5. Juli, andauert, reflektiert und künstlerisch aufgearbeitet.
Die Künstlerin und Musikerin Pauline Marx wird mit einem internationalen Team eine Brücke zwischen Kunst, Alchemie und Wissenschaft schlagen. Handgefertigte Textilien, Lichtinstallationen sowie Duft- und Klangwelten vereinen sich zu einem multisensorischen Gesamtkunstwerk, zu dem das Sauriermuseum Frick Exponate beisteuert. Ein Parfümeur ist mit von der Partie, und es gibt eine Modeschau mit Werken Karola Kauffmanns, während Frauke Roloff Keramikarbeiten zeigen wird, die von archaischen Techniken inspiriert sind.
In Zusammenarbeit mit dem Jurapark wird der Garten umgestaltet. Er wird weiterhin ein Ort der Kunst sein, an dem Rehmann-Skulpturen aus verschiedenen Schaffensperioden präsentiert werden, gleichzeitig soll er zu einem Schutzraum für seltene Arten werden. Für dieses Projekt werden die Gartenbauspezialistin Katja Sattler und René Leuenberger von der gleichnamigen Gartenbaufirma herangezogen; unter anderem wird das seltene Graue Fingerkraut, das am Burgfelsen vorkommt, im Skulpturengarten angepflanzt werden, und Glühwürmchen sollen einen Lebensraum finden.
Zusammen mit der ETH Zürich wird der Garten der Klimaveränderung angepasst, und im Herbst findet eine Baumpf lanzaktion statt. Sonja Wunderlin wird Workshops anbieten und der Naturschutzverein Sulz-Laufenburg zum Ausreissen invasiver Pflanzenarten einladen.



