Das grosse Finale vor 55 000 Zuschauern
29.08.2025 Sport83,5 Kilo schwer ist der Unspunnenstein, welcher beim grossen Finale am Sonntag in der ESAF-Arena in Mollis gestossen wird. Die Fricktaler Steinstösser haben sich in Herznach vorbereitet. Simon Hunziker und Urs Hasler sind Urgesteine unter den Athleten.
Ludwig Dünner
...83,5 Kilo schwer ist der Unspunnenstein, welcher beim grossen Finale am Sonntag in der ESAF-Arena in Mollis gestossen wird. Die Fricktaler Steinstösser haben sich in Herznach vorbereitet. Simon Hunziker und Urs Hasler sind Urgesteine unter den Athleten.
Ludwig Dünner
Steinstossen ist dann eben nicht gleich Steinstossen. So messen sich am Samstag am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Mollis im Glarnerland die Steinstösser in drei verschiedenen Kategorien. Kategorie eins, der 20-Kilo-Stein, welcher einhändig mit Anlauf gestossen wird. Kategorie zwei der 40-Kilo-Stein, der einhändig aus dem Stand gestossen wird und dann die Königsdisziplin mit dem 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein. Die besten Steinstösser aus der ganzen Schweiz werden sich in Mollis treffen, um ihren König zu küren. «Wir sind ein wilder Haufen», sagt Urs Hasler zur Organisation der Steinstösser. «Wir haben einen Gruppenchat und so organisieren wir uns», erklärt er weiter. Die Steinstösser unterstehen keinem Verband. Trotzdem sind sie an jedem ESAF und an so manchen Bergfesten seit Jahren nicht mehr wegzudenken.
Qualifikation
Nur die 24 besten Steinstösser jeder Kategorie werden sich in Mollis am Wochenende messen. An drei Wettkämpfen, welche am 21. September 2024, am 26. April 2025 sowie am 24. Mai 2025 stattfanden, haben sich diese 24 Athleten qualifiziert. Mit Simon Hunziker, Urs Hasler, Roger Leimgruber, Marco Leimgruber und Gian Wälchli konnten sich gleich fünf Fricktaler fürs ESAF qualifizieren. Mit Daniel Lehmann, welcher aus Kölliken stammt, jedoch ebenfalls unter der Vereinsf lagge des STV Herznach startet, wird das Trainingsteam zu sechst nach Mollis reisen.
Routiniers
Wer sich seit Jahren mit den Schweizer Steinstössern beschäftigt, kommt an den beiden Fricktalern Urs Hasler und Simon Hunziker nicht vorbei. Simon Hunziker ist seit einem Vierteljahrhundert bei den Steinstössern dabei. An unzähligen Grossanlässen hat er sich mit seinen Kollegen gemessen. Im Jahr 2004 bestritt er in Luzern sein erstes Eidgenössisches Schwingfest. Seither konnte er sich alle drei Jahre wieder für diesen Grossanlass qualifizieren. Nun wird er in Mollis zum achten Mal an einem ESAF antreten. Simon Hunziker ist der einzige Fricktaler, welcher alle drei Steine stossen wird.
In Herznach trifft sich die Trainingsgruppe jeweils am Dienstag und am Freitag, um sich minuziös für den Grossanlass vorzubereiten. Daniel Lehmann hat sich sogar einen Unspunnenstein nachbauen lassen, mit welchem in Herznach der «Ernstfall» so richtig trainiert werden kann. Lehmann ist einer, der sich erst wohl fühlt, wenn der Stein, welchen er stösst, über 60 Kilo schwer ist.
Grosser Auftritt der fünf Besten
Die Steinstösser werden am Samstagmorgen, um 9 Uhr, mit ihren Vorrunden beginnen. Die Steinstösser, welche den Final mit dem 20- und dem 40-Kilo-Stein erreichen, werden am Samstagnachmittag ab 15 Uhr den Sieger ausmachen. Anders ist dies beim 83,5 Kilo schweren Unspunnenstein. Die fünf besten aus der Vorrunde werden am Sonntagnachmittag um etwa 14.30 Uhr in die Schwing-Arena einlaufen. Die drei Herznacher Simon Hunziker, Roger Leimgruber und Marco Leimgruber konnten sich schon mehrmals einen Startplatz in der Arena erkämpfen. Sie werden sicher auch in diesem Jahr in der Vorrunde für eine Rangierung unter den ersten fünf kämpfen. Für Daniel Lehman wird es eine Premiere sein. Er wird zum ersten Mal an einem ESAF um den Einzug in den Final kämpfen. Der Routinier und Dienstälteste, Urs Hasler, hat sich entschieden, nicht mehr in der Königsklasse zu starten. «So langsam zwickt es an einigen Stellen, wenn ich den schweren Stein stosse, so habe ich mich entschieden, in meinem Alter auf den Start zu verzichten», so Urs Hasler.