Das Rheinfelder Schulhaus Stampfi wird wieder genutzt
In Rheinfelden entsteht eine neue Tagessonderschule. Trägerin ist die Stiftung Kinderheim Brugg, die auch das Schulheim Olsberg betreibt. Eröffnet wird das neue Angebot am 25. Januar 2027.
Valentin Zumsteg
Es kehrt ...
Das Rheinfelder Schulhaus Stampfi wird wieder genutzt
In Rheinfelden entsteht eine neue Tagessonderschule. Trägerin ist die Stiftung Kinderheim Brugg, die auch das Schulheim Olsberg betreibt. Eröffnet wird das neue Angebot am 25. Januar 2027.
Valentin Zumsteg
Es kehrt bald wieder Leben ein im Schulhaus Stampfi an der Dr. Max Wüthrich-Strasse in Rheinfelden. Früher war dort die Heilpädagogische Schule Rheinfelden untergebracht, später wurden die Räumlichkeiten in der Corona-Zeit vorübergehend als Impfzentrum genutzt. In den letzten Jahren stand das Gebäude, das der Einwohnergemeinde Rheinfelden gehört, leer. Doch nicht mehr lange: Die Stiftung Kinderheim Brugg, die unter anderem das Schulheim Olsberg betreibt, eröffnet in der Stampfi eine neue Tagessonderschule; dies in Zusammenarbeit mit der Stadt Rheinfelden und dem Kanton Aargau.
Ab August 2028 mindestens drei Klassen
Damit wird im Fricktal das Angebot für Schülerinnen und Schüler ausgebaut, die den Lehrplan kognitiv bewältigen können, aber psychosozial verhaltensauffällig sind und einen verstärkten Betreuungsbedarf aufweisen. Vorerst handelt es sich um Primarschüler, später sollen zusätzlich Oberstufenplätze angeboten werden.
Anlässlich einer Medienorientierung stellten Vertreter des Kantons, der Stiftung Kinderheim Brugg, der Stadt und der Politik die Pläne vor. «Die Schule ist Teil der Volksschule Aargau, sie hat aber eine private Trägerschaft», erklärte Peter Walther-Müller. Er ist Leiter der Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten im Aargauer Bildungsdepartement. Grundsätzlich wolle der Kanton den Anteil an Kindern in Sonderschulen nicht erhöhen. Ausserkantonale Platzierungen würden aber zunehmend schwieriger, da die benachbarten Kantone weniger bereit sind, Aargauer Kinder aufzunehmen.
Der Kanton Aargau hat für die neue Schule in Rheinfelden acht zusätzliche Tagessonderschulplätze bewilligt. Weitere acht Plätze, die bisher in Brugg angesiedelt waren, werden ebenfalls nach Rheinfelden verlegt. So kann die neue Schule am 25. Januar 2027 mit insgesamt zwei Klassen und 16 Plätzen im sogenannten Neubau der Schulanlage Stampfi starten. In einem zweiten Schritt sollen im August 2028 die neun Plätze der bisherigen Tagessonderschule im Stift Olsberg ebenfalls nach Rheinfelden transferiert werden. Dann ist ein Umzug in den Altbau vorgesehen, da der Neubau zu wenig Platz für drei Klassen bietet. Noch offen ist, ob der Kanton Aargau auf diesen Zeitpunkt eine weitere Schulgruppe mit acht Plätzen genehmigt.
«Ein Jackpot»
«Dieses Schulgebäude ist ein Jackpot für uns. Danke an die Stadt Rheinfelden», sagte Thilo Behrendt, Institutionsleiter des Stift Olsberg. Die beiden Klassenlehrpersonen für den Start seien bereits gefunden. Jetzt werden noch Fachlehrpersonen gesucht und gleichzeitig die Aufnahmegespräche für die künftigen Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Wie Daniel Wölfle, Geschäftsleiter der Stiftung Kinderheim Brugg, ausführte, erhalten die Tagessonderschulen Brugg und Rheinfelden eine Co-Bereichsleitung mit Kai Gutschmidt und Kevin Zeier. Damit solle eine einheitliche Qualität und ein fachlicher Austausch ermöglicht werden.
Sehr erfreut über die Wiederbelebung des Schulhauses Stampfi als Bildungsstandort zeigte sich die Rheinfelder Stadträtin Susanna Schlittler: «Wir sind froh, eine so gute Lösung gefunden zu haben. Das ist ein Glücksfall.»
Carole Binder-Meury, Grossrätin und Gemeindepräsidentin von Magden, weist seit Jahren auf die knappen Sonderschulplätze im Aargau hin: «Die Zahl der psychosozial auffälligen Kinder wächst. Ich sehe die Not der Familien.» Sie ist glücklich mit dem neuen Angebot in Rheinfelden. Dies könne ein erster Schritt sein, der Entlastung bringe. Sie hofft aber, dass weitere Folgen werden.