ZSO Unteres Fricktal nimmt an grosser Übung teil
Herausforderung für die Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal: Am Montag und Dienstag mussten 36 «Flüchtende» im Schutzraum Augarten betreut werden – auch über Nacht.
Valentin Zumsteg
Es ist kurz nach 21 Uhr, als ...
ZSO Unteres Fricktal nimmt an grosser Übung teil
Herausforderung für die Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal: Am Montag und Dienstag mussten 36 «Flüchtende» im Schutzraum Augarten betreut werden – auch über Nacht.
Valentin Zumsteg
Es ist kurz nach 21 Uhr, als am Montagabend ein gutes halbes Dutzend Zivilschutz-Busse vor dem Schulhaus Augarten in Rheinfelden vorfahren und 36 «Flüchtende» aussteigen. Die 19 Männer und 17 Frauen, die sich für diese Übung freiwillig zur Verfügung gestellt haben, sind zuvor in der Aufnahmestelle in Zofingen erfasst und danach ins Fricktal gebracht worden. In Rheinfelden werden sie von Einsatzleiter Ivan Hohler von der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal begrüsst und über den weiteren Ablauf informiert. Danach geht es schon bald in den Untergrund, denn die «Geflüchteten» werden die Nacht in der Schutzraum-Anlage im Augarten verbringen.
«Dienst an der Öffentlichkeit»
Während der Militärübung «Conex 26» der Territorialdivision 2 trainiert der Aargauer Bevölkerungsschutz die Übernahme, Betreuung und Unterbringung von Binnenf lüchtlingen. «Das Szenario sieht ein kriegerisches Ereignis vor, bei dem ausländische Akteure Basel angegriffen haben. Das führt zu Binnenflüchtlingen, die vom Bevölkerungsschutz betreut werden müssen», erklärt Michael Wernli. Er ist zuständig für die Koordination Zivilschutz in der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz des kantonalen Departementes Gesundheit und Soziales.
Die Stimmung bei den Figuranten, die für ihren 24-Stunden-Einsatz mit 60 Franken entschädigt werden, ist gut. Fragt man sie nach ihrer Motivation, tönt es häufig ähnlich: «Ich finde die Übung spannend und ich sehe es als Dienst an der Öffentlichkeit», erklärt ein 66-jähriger Mann aus dem Luzernischen. Eine 19-jährige Frau aus Zofingen sagt: «Es ist interessant, so etwas zu erleben.» Ihre Kollegin, die sie begleitet, ergänzt: «Dann wissen wir, wie es im Ernstfall geht.»
«Der Zivilschutz ist essenziell»
Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Vorsteher des Departementes Gesundheit und Soziales, nimmt am Montagabend einen Augenschein in Rheinfelden und lässt sich die Anlage zeigen. «Der Zivilschutz ist essenziell. Eine solche Betreuungsaufgabe gehört zu seinem Kerngeschäft. Das wird regelmässig geübt», sagt er. Gemäss Oberst Martin Hitz, Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, geht es bei der Übung vor allem um die Überprüfung von Abläufen und Prozessen sowie der Führung. Der Rheinfelder Stadtrat Joël Lässer ist ebenfalls vor Ort: «Ich finde es gut, dass die Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal hier mitmacht. Nur wenn man den Ernstfall probt, ist man vorbereitet.» Rund 20 Fricktaler Zivilschützer stehen im Einsatz.
Nachdem alle Informationen erteilt worden sind, schauen sich die Freiwilligen in den unterirdischen Räumlichkeiten um. Es herrscht eine leicht aufgekratzte Lagerstimmung. Später ziehen sich die ersten Figuranten in die Schlafräume zurück. Andere bleiben noch ein wenig im Aufenthaltsraum und unterhalten sich.
«Eigene Einsatzbereitschaft testen»
«Für uns ist es enorm wertvoll, die eigene Einsatzbereitschaft unter realistischen Bedingungen zu testen», erklärt Philipp Büchele, Kommandant der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal. «Konkret schauen wir uns die Kernbereiche genau an: den Fachbereich Betreuung, aber auch Logistik wie Küche, Anlagewartung und Transporte. Das sind die Elemente, die im Ernstfall über einen reibungslosen Betrieb entscheiden.» Trotzdem hoffen wohl alle, dass ein solcher Ernstfall nie Realität wird.
Ernstfall proben für eine Nacht
Grosse Übung von Militär und Zivilschutz – Fortsetzung