Damit der Verkehr fliesst
23.04.2026 FricktalGesamtverkehrskonzept Raum Frick–Stein–Laufenburg
Der Regierungsrat hat vor zwei Jahren je 500 000 Franken für die Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg sowie für eine vertiefte Überprüfung eines neuen Rheinübergangs ...
Gesamtverkehrskonzept Raum Frick–Stein–Laufenburg
Der Regierungsrat hat vor zwei Jahren je 500 000 Franken für die Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg sowie für eine vertiefte Überprüfung eines neuen Rheinübergangs in Sisseln bewilligt. Jetzt hat das Steuergremium GVK die ersten konkreten Massnahmen priorisiert.
Susanne Hörth
«20 Minuten länger einberechnen müssen Verkehrsteilnehmende auf der Strasse von Sisseln bis Laufenburg», «15 Minuten Wartezeit beim Zollübergang Stein-Bad Säckingen», «Stau auf der Kaisterstrasse Richtung Laufenburg.» So oder ähnlich tönt es regelmässig aus dem Radio. «Täglich grüsst das Murmeltier» in Sachen hohes Verkehrsauf kommen heisst es ebenfalls in und um Frick herum. Der Individualverkehr auf den Strassen im Raum Frick-Stein-Laufenburg wächst kontinuierlich. Sicht- und spürbar für alle. Weniger wird der Verkehr mit Blick auf die Entwicklung im Sisslerfeld und die dort bis zu 10 000 erwarteten neuen Arbeitsplätze nicht. Die belastete Situation verlangt nach Lösungen. Dessen ist sich der Regierungsrat bewusst und genehmigte im Januar 2024 je eine halbe Million Franken für die Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg sowie für eine vertiefte Überprüfung eines neuen Rheinübergangs in Sisseln. Bei letzterem ist das Zeitfenster bis zur Realisierung sicher grösser als jenes beim GVK. «Voraussichtlich bis 2029 soll der Richtplaneintrag zur möglichen neuen Rheinquerung bei Sisseln geprüft und gegebenenfalls angepasst werden», heisst es dazu seitens des Kantons.
Drei Stossrichtungen definiert
Beim Gesamtverkehrskonzept (GVK) geht es darum, gute Lösungen für alle Verkehrsteilnehmenden auf der Strasse sowie gute Anbindungen im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Das GVK-Steuerungsgremium Raum Frick-Stein-Laufenburg setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Aargau, des Regionalplanungsverbands Fricktal Regio, des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee sowie der Gemeinden Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Kaisten, Laufenburg, Oeschgen, Mumpf, Münchwilen, Sisseln, Stein und Wallbach zusammen.
Bereits im September 2025 hatte das Gremium die Lagebeurteilung sowie die Ziele mit Erfolgskriterien in den Bereichen Mobilitätsverhalten und Erreichbarkeit, grenzüberschreitender Verkehr, Strassenraum und Güterverkehr verabschiedet. Ende März dieses Jahres wurde nun eine Strategie mit drei Stossrichtungen definiert. So sollen erstens funktionierende Verkehrsnetze mit durchgehenden, sicheren und gut verknüpften Netzen für alle Verkehrsmittel geschaffen werden. Die zweite Stossrichtung betrifft eine attraktive Gestaltung des Verkehrsraums. Erreicht werden soll das durch eine bessere Verträglichkeit für Verkehrsteilnehmende, Siedlung, Natur und Landschaft. Drittens sollen kurze Wege gefördert werden. «Alltägliche Bedürfnisse sollen möglichst zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar sein», heisst es hierzu.
Aus diesen drei Stossrichtungen wurden die drei Handlungsfelder Mobilitätslenkung (Massnahmen zur Beeinf lussung der Verkehrsmittelwahl und des Mobilitätsverhaltens), Verkehrslenkung und -management (Optimierung des Betriebs des bestehenden Strassennetzes) sowie Verkehrsangebot abgeleitet. Beim Verkehrsangebot geht es um Optimierung der Infrastruktur und Angebote für alle Verkehrsmittel, unter anderem mit Weiterentwicklung des Strassennetzes sowie Ausbau des öV-A ngebots und Verbesserungen für Velo- und Fussverkehr.
Weiteres Vorgehen
Bereits im Mai findet eine weitere Beratung im Steuerungsgremium statt. Noch dieses Jahr soll das Massnahmen- und Umsetzungskonzept verabschiedet werden, um es anschliessend in die Behördenvernehmlassung zu geben.

