Robert Schmid, seit acht Monaten Präsident des Regionalplanungsverbands
«Betreuung und Pflege im Alter» ist in den Legislatur-Zielen von Fricktal Regio festgeschrieben. Der Vorstand soll das Vorgehen nun konkret ausformulieren. Die Abgeordnetenversammlung beschloss das am Mittwoch mit ...
Robert Schmid, seit acht Monaten Präsident des Regionalplanungsverbands
«Betreuung und Pflege im Alter» ist in den Legislatur-Zielen von Fricktal Regio festgeschrieben. Der Vorstand soll das Vorgehen nun konkret ausformulieren. Die Abgeordnetenversammlung beschloss das am Mittwoch mit einem Überweisungsantrag.
Ronny Wittenwiler
NFZ: Robert Schmid, wer macht schneller Nägel mit Köpfen: der Gemeinderat Böztal oder der Regionalplanungsverband?
Robert Schmid: (lacht) Es sind verschiedene Ebenen. Wir sind an beiden Orten sehr gut strukturiert und kommen darum auch vorwärts. Es ist eine Freude, so zu arbeiten.
Muss man sich daran gewöhnen, dass gewisse Mühlen manchmal etwas langsam mahlen?
Ich finde, auf Gemeindeebene ist es schwieriger, einen Zeitplan zu erstellen. Der Planungsverband hingegen ist sehr auf einzelne Projekte fokussiert. Sie werden angegangen, es wird eine Zeitschiene definiert – vielleicht gibt es mal Rückschläge – und dann kommen die Projekte zum Abschluss. Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir das Fuder nicht überladen. Wir sind ressourcenmässig begrenzt, finanziell und personell.
Ein Legislatur-Ziel im Planungsverband betrifft den Punkt «Betreuung und Pflege im Alter». Das scheint dringend. Im Fricktal braucht es 800 zusätzliche Pflegebetten.
Der Zeithorizont ist dort 2050. Klar liesse sich sagen, bis dahin ist es noch ein Moment. Man weiss aber, wie lange Bauprojekte heutzutage dauern, von der Planung bis zur Fertigstellung. Wir haben es heute wieder gemerkt mit dem Überweisungsantrag aus der Versammlung: Die Bereitschaft mitzuarbeiten, ist vorhanden. Hier übernimmt Fricktal Regio einen wichtigen Part bei der Vernetzung untereinander. Mich beeindruckt immer wieder, wie man von der grossen Agglomerationsgemeinde mit Industrie und Gewerbe bis in die Kleinstgemeinde in den Tälern immer wieder zusammensteht.
Sie spüren eine Solidarität untereinander?
Ja. Allein, dass man es fertiggebracht hat, vor über zwanzig Jahren einen Planungsverband mit 32 Gemeinden und zwei Bezirken zu bilden – sowas hat es in dieser Grössenordnung nirgends gegeben im Kanton. Das ist erfreulich und erstaunlich. Dafür lohnt es sich zu arbeiten.
Wie schauen Sie denn auf Ihre ersten acht Monate als Präsident zurück?
Als bisheriges Vorstandsmitglied wusste ich, wie die Institution funktioniert, ich wusste also ungefähr, worauf ich mich einlasse. Eine politische Tätigkeit im Nebenamt ist immer eine Herausforderung, um alles unter einen Hut zu bringen. Aber es macht mir Spass: Ich fühle mich unterstützt, arbeite gerne mit den Leuten auf der Geschäftsstelle zusammen, der Kontakt zu den Gemeinden ist sehr schön. Von dem her: ein durchaus angenehmer Job! Arbeiten muss man überall. (lacht)
Die 30. ordentliche Abgeordnetenversammlung des Regionalplanungsverbands fand am Mittwochabend in Zeiningen statt.