Da wird’s warm im Haus
01.10.2026 LaufenburgLaufenburger Wärmeverbund wächst weiter
Noch liegt Spätsommerhitze über Laufenburg, doch unter den Gassen der Altstadt wird bereits für den Winter vorgesorgt. Der Wärmeverbund wächst: 67 Liegenschaftsbesitzer haben sich inzwischen angeschlossen, 33 Häuser werden bereits mit Wärme versorgt – und laufend kommen weitere dazu.
Susanne Hörth
Eine historische Altstadt mit meterdickem Felsuntergrund auf moderne Werkleitungen und Fernwärme umzurüsten, ist anspruchsvoll. Seit dem Start der ersten Etappe der Werkleitungssanierung ist dennoch viel vorangekommen: Die Arbeiten der ersten beiden Etappen sind abgeschlossen, ebenso jene der dritten Etappe vom Rhytörli bis zum Marktplatz sowie in der Herren- und Flössergasse. Viel hat sich bereits auch bei der Oberflächengestaltung getan.
Die vierte und letzte Etappe – von der Fischergasse über den Laufenplatz bis zur Laufen- und Fluhgasse – soll nach heutigem Stand ab 2027 realisiert werden. Parallel zur Sanierung der Werkleitungen ist auch der Wärmeverbund in der Altstadt gewachsen.
Frank Fischer, Medienverantwortlicher, und Richard Obrist, Technischer Leiter von WärmeLaufenburg, ziehen am Dienstagmorgen gegenüber der NFZ eine positive Zwischenbilanz: 67 Verträge mit Liegenschaftsbesitzern sind abgeschlossen. Im Wärmeverbund 1 sind bereits 33 Liegenschaften in Betrieb; im Wärmeverbund 2 sind es aktuell 11, darunter das Alterszentrum Klostermatte und der «Rote Löwen». Weitere Anschlüsse folgen laufend.
Versorgt werden die Netze derzeit aus zwei Quellen: Der Wärmeverbund 1 wird von der Holzhackschnitzel-Zentrale im Hinteren Wasen gespiesen. Der Wärmeverbund 2 ist vorläufig an eine mobile Pellet-Zentrale nahe der Stadthalle angeschlossen.
«Die Zentralen im Hinteren Wasen und das Provisorium bei der Stadthalle können alle vertraglich zugesicherten Liegenschaften mit Fernwärme versorgen», betonen Frank Fischer und Richard Obrist. Das Provisorium musste errichtet werden, weil das im Bau befindliche Technologiezentrum Laufenburg von FlexBase die der Stadt zugesicherte Abwärme vorläufig nicht liefern kann. Die Stadt-Verantwortlichen sind im engen Austausch mit FlexBase, gleichzeitig wird aber auch eine Alternative zur Abwärme-Bezug ausgearbeitet (die NFZ berichtete). Über den Stand dieser Abklärungen wird voraussichtlich an der geplanten Infoveranstaltung Ende Oktober informiert.
Aus dem Stollen kommt die Wärme
In den 1980er-Jahren wurde vom Rhytörli Richtung Marktplatz (Liegenschaft Roter Löwe) ein 220 Meter langer Abwasserstollen in den Fels gebaut. Dieser Stollen wurde nun auch dazu genutzt, um einen Teil der Leitungen für den Wärmeverbund 2 zu verlegen und die Häuser anzuschliessen. «Eine Herausforderung war sicher der bis zu fünf Meter dicke Fels, in den die Zuleitungen bis zu den Liegenschaften gebohrt werden mussten», so Richard Obrist und zeigt in diesem unterirdischen Gang auf die in regelmässigen Abständen vorhandenen Leitungen, die in den Fels verlegt wurden. Nicht nur die Dicke des Felses, sondern auch die verschiedenen Gesteinsarten verlangten den Bohrmaschinen und den Bohrspezialisten einiges ab. Um nicht jedes Haus mit einer solchen aufwendigen Erschliessung zu erreichen, werden oberirdisch jeweils drei bis vier Liegenschaften miteinander verbunden.
Für Frank Fischer ist der Laufenburger Wärmeverbund und damit weg von bisherigen Heizsystemen mit Strom und Öl hin zur ökologischen Wärmeerzeugung eine Erfolgsgeschichte. Über 40 Prozent der Liegenschaften in der Laufenburger Altstadt beziehen bereits oder werden in absehbarer Zeit von WärmeLaufenburg beziehen.




