Bürger kämpft gegen Parkgebühren

  12.03.2026 Kaiseraugst

Die Diskussion um die umstrittenen Parkgebühren ab der ersten Minute beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst flammt wieder auf. Eine Unterschriftensammlung wird geprüft.

Valentin Zumsteg

«Das ist nicht fair. Ich bin gegen Abzockerei», sagt René Weinhold. Der Kaiseraugster wehrt sich gegen die Parkgebühren, die vor ein paar Jahren beim Einkaufszentrum Kaiserhof eingeführt worden sind. Früher konnte man dort gratis parkieren, heute kostet es ab der ersten Minute. Auch wer nur kurz etwas abholt, muss bereits 1.50 Franken bezahlen. Dieses Parkregime, das auf Druck des VCS eingeführt worden ist, stiess von Anfang an auf grossen Widerstand. Als das Baugesuch für die Schrankenanlage 2021 auflag, gab es 137 Einwendungen. Geholfen hat es nicht, sie wurde trotzdem montiert.

«Ein besorgniserregendes Bild»
Die Parkgebühren ab der ersten Minute sind René Weinhold und vielen anderen ein Dorn im Auge. «Leute erzählen mir immer wieder, dass sie deswegen nicht mehr dort einkaufen», erklärt der 91-Jährige. Er hat sich deshalb kürzlich mit einem Schreiben an die Gemeinde Kaiseraugst gewendet. «Betrachtet man die heutigen Auswirkungen dieser Regelung, zeigt sich ein besorgniserregendes Bild: Ein erheblicher Teil der Kundschaft meidet die lokalen Geschäfte und weicht verstärkt auf Einkaufszentren in der Umgebung oder im benachbarten Ausland aus», schrieb Weinhold. Er beantragte, die Einführung einer gebührenfreien Parkzeit von 30 Minuten. «So lässt sich das Abwandern der Kunden verhindern.»

In ihrem A ntwortschreiben weist die Gemeinde darauf hin, dass die aktuellen Parkgebühren im Kaiserhof auf einer Vereinbarung zwischen Coop und dem VCS beruhen. «Im vorliegenden Fall handelt es sich nicht um das von der Gemeinde angestrebte Parkraumregime, sondern um das Ergebnis einer zwischen zwei privatrechtlichen Parteien getroffenen Vereinbarung. Der Parkplatz befindet sich zudem auch nicht auf öffentlichem Grund und Boden», hält die Gemeinde fest.

René Weinhold hat den Briefverkehr mit der Gemeinde auf der Facebook-Seite «Kaiseraugst lebt» veröffentlicht. In den zahlreichen Reaktionen zeigt sich, dass der Unmut über die aktuellen Parkgebühren auch Jahre nach der Einführung noch gross ist. «Ich war früher jede Woche im Coop Kaiseraugst einkaufen. Seit diesen Parkgebühren gehe ich nicht mehr dort hin», schreibt ein Mann. «Ich möchte mich für den Einsatz bedanken und finde die Idee sehr gut. Ich hoffe, dass sie umgesetzt wird, obwohl ich persönlich wenig daran glaube», schreibt jemand anders. Anwohner beklagen auch, dass wegen der Gebühren im Quartier wild parkiert werde.

Einsatz für Kulanzlösung
Die vielen Reaktionen bestärken René Weinhold darin, in dieser Sache am Ball zu bleiben. Deswegen überlegt er sich derzeit, ob er eine Unterschriftensammlung starten soll. Das Formular dazu hat er bereits entworfen. «Wir, die unterzeichnenden Einwohnerinnen, Einwohner und Kunden, fordern die Verantwortlichen auf, gemeinsam eine Kulanzlösung zu finden, um das Thema friedlich und im Sinne der Lebensqualität in Kaiseraugst abzuschliessen», heisst es darin. René Weinhold wünscht sich, dass in einem Gespräch zwischen Gemeinde, Coop und VCS die starre Vereinbarung angepasst werden kann. «Vielleicht gelingt es. Wenn nicht, habe ich es wenigstens versucht.»


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