Schwierige Situation im Kaiseraugster Dorfzentrum
Seit zwei Jahren wird an der Dorfstrasse in Kaiseraugst immer wieder gebaut. Dies hat Folgen für den Blumenladen von Isabelle Bolinger. Der Umsatzrückgang war teilweise gravierend.
Valentin Zumsteg
Das Gewerbe an der ...
Schwierige Situation im Kaiseraugster Dorfzentrum
Seit zwei Jahren wird an der Dorfstrasse in Kaiseraugst immer wieder gebaut. Dies hat Folgen für den Blumenladen von Isabelle Bolinger. Der Umsatzrückgang war teilweise gravierend.
Valentin Zumsteg
Das Gewerbe an der Dorfstrasse in Kaiseraugst hat es seit bald zwei Jahren nicht leicht: Im Januar 2025 begannen dort die Arbeiten für den Ausbau der Fernwärme ins Dorfzentrum. Das bekommt Isabelle Bolinger, die an der Dorfstrasse 42 seit 30 Jahren ihren Blumenladen betreibt, stark zu spüren. «Seit rund zwei Jahren ist mein Geschäft im Dorfkern von Kaiseraugst durch die wiederkehrenden Einschränkungen, insbesondere bei den Parkierungsmöglichkeiten und den Zufahrten für Kunden und Lieferanten, massiv benachteiligt», erklärt sie.
«Tage mit 0 Franken Umsatz»
Die Sperrungen und Einschränkungen machen sich in der Kasse des Blumenladens bemerkbar. «Im vergangenen Jahr war es besonders schlimm, da gab es Tage mit 0 Franken Umsatz. So was haben wir in den vergangenen 30 Jahren sonst nie erlebt.» Insgesamt beziffert sie den Umsatzrückgang wegen der Bauarbeiten in den letzten zwei Jahren auf einen fünfstelligen Betrag.
Aktuell kann man zu ihrem Geschäft, in dem auch drei Angestellte arbeiten, zwar wieder direkt zufahren. Doch die nächsten Baustellen sind schon angekündigt. Vom 16. bis 20. November werden auf dem Abschnitt vom Gemeindehaus bis zur Rôtisserie Raurica Belagsarbeiten vorgenommen, anschliessend geht es vom 7. bis 11. Dezember weiter bis zur Allmendgasse. Während der Arbeiten wird der betroffene Bereich für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Das Einbahnregime wird wieder eingeführt: Die Fahrt dorfeinwärts erfolgt über den Bahnweg, die Fahrt dorfauswärts über den Heidemurweg. Bolinger ist zwar froh, dass die beiden Etappen dank ihrer Intervention bei der Gemeinde gewechselt wurden, da sie vom 18. bis 22. November ihre traditionelle Adventsausstellung durchführt. Doch die Einschränkungen bleiben in dieser wichtigen Zeit ein Problem.
«Von existenzieller Bedeutung»
«Das Weihnachtsgeschäft macht rund einen Drittel meines Jahresumsatzes aus. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Wochen. Für meinen Betrieb ist dies nicht einfach eine umsatzstarke Zeit, sondern von existenzieller Bedeutung», erklärt Isabelle Bolinger. Umso unverständlicher ist es für sie, dass ausgerechnet während des Weihnachtsgeschäfts erneut Bauarbeiten in der Dorfstrasse geplant sind. Sie ist «masslos enttäuscht» darüber, wie wenig Rücksicht auf die verbliebenen Kleingewerbebetriebe genommen wird. «Neben zwei Restaurants und zwei Coiffeure-Geschäften sind wir der einzige Laden im Dorf. Wir alle leisten einen wichtigen Beitrag zu einem lebendigen Dorfzentrum. Doch wie soll ein solches Zentrum bestehen bleiben, wenn die wenigen noch vorhandenen Betriebe über Jahre hinweg mit Einschränkungen konfrontiert werden und ausgerechnet während ihrer wirtschaftlich wichtigsten Zeit erneut um ihre Erreichbarkeit kämpfen müssen?» Sie wünscht sich, dass die Gemeinde künftig mehr an die Gewerbebetriebe denkt und sie besser informiert.