Wölflinswil will eigenständige Verwaltung, Oberhof reagiert verärgert
habe ein Angebot zur Anpassung des Gemeinschaftsverwaltungs-Vertrags abgelehnt, sagt Wölflinswils Gemeindeammann Giuliano Sabato. Oberhofs Gemeindeammann Roger Fricker spricht von einer Fehlinterpretation.
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Wölflinswil will eigenständige Verwaltung, Oberhof reagiert verärgert
habe ein Angebot zur Anpassung des Gemeinschaftsverwaltungs-Vertrags abgelehnt, sagt Wölflinswils Gemeindeammann Giuliano Sabato. Oberhofs Gemeindeammann Roger Fricker spricht von einer Fehlinterpretation.
Simone Rufli
Am Freitag teilte der Gemeinderat von Wölf linswil per Communiqué mit, dass er der Gemeindeversammlung vom 24. Juni die Einführung einer eigenständigen Verwaltung per 1. Januar 2028 beantragt (die NFZ berichtete online). Die eigenständige Verwaltung sei gegenüber der heutigen Gemeinschaftsverwaltung nicht nur günstiger, sie werde auch der Komplexität der heutigen Aufgaben besser gerecht. Die Türe für Oberhof bleibe offen.
«Behalte mir weitere Schritte vor»
Der Gemeinderat von Oberhof wurde über den Antrag vorab informiert, dies bestätigte Gemeindeammann Roger Fricker am Freitag auf Anfrage der NFZ. Er sei trotzdem «stinksauer», erklärte Fricker und verwies auf einen Satz in der Botschaft zur Wölf linswiler Gemeindeversammlung. «Nach dem Entscheid vom 25. Juni 2025 (Kündigung des Gemeinschaftsverwaltungs-Vertrags durch die Gemeindeversammlung Wölf linswil; Anm. d. Red.) fanden zwischen August 2025 und März 2026 Gespräche zwischen den Gemeinderäten statt.» – «Das stimmt nicht. Es gab keine Gespräche zwischen den Gemeinderäten!», so Fricker dezidiert. Er habe mit dem Chef der Gemeindeabteilung Kontakt aufgenommen und behalte sich weitere Schritte vor. Welche, dazu wollte sich Roger Fricker am Freitag nicht äussern.
Dass Oberhof das Angebot aus Wölflinswil abgelehnt habe, sei eine Fehlinterpretation seitens des Gemeinderats Wölflinswil: «Wir wollten noch Antworten auf ungeklärte Fragen. Die bekamen wir nicht.» Roger Fricker betont, dass er allen Differenzen zum Trotz immer für Gespräche bereit sei. «Jetzt aber habe ich das Gefühl, dass – selbst wenn sich die Gemeinderäte noch finden würden – unsere Bevölkerung das nicht mehr unterstützen würde.»
«Angebot nicht angenommen»
Giuliano Sabato sagt: «Wenn Roger Fricker nur Gespräche zwischen den Gesamtgemeinderäten gelten lässt, ist das eine sehr enge Auslegung. Tatsächlich fanden mehrere Gespräche mit den zuständigen Delegationen statt. Die Delegation von Oberhof hat mangels Einigung ein konkretes Angebot verlangt.» Dieses Angebot
– gemeinsame Verwaltung mit einem angepassten Kostenteiler (beide Gemeinden kommen für ihre jeweiligen Kosten auf), organisatorisch unter der Federführung von Wölflinswil – sei dem Gemeinderat Oberhof im Februar mit Protokollauszug unterbreitet worden. «Der Gemeinderat Oberhof hat das Angebot abgelehnt. Für den Gemeinderat Wölflinswil war damit klar, dass er handeln und Verantwortung übernehmen muss», so Sabato. Dass der Antrag jetzt vor die Gemeindeversammlung komme, obwohl der Gemeinschaftsverwaltungs-Vertrag erst Ende 2027 ausläuft, habe damit zu tun, dass bei Kündigungen im Verwaltungsteam Zeit benötigt werde, um sozialverträgliche Lösungen zu finden.
Giuliano Sabato sieht die nachbarschaftliche Zusammenarbeit auch im Fall von getrennter Verwaltung nicht grundsätzlich in Gefahr. «Wölflinswil will und wird die Zusammenarbeit mit Oberhof weiterpf legen. Es ging uns immer nur darum, die Verwaltung den heutigen Verhältnissen anzupassen.» Weil die doppelte Führung belastend sei, habe sich die Verwaltung im Rahmen der Arbeitsgruppensitzungen zu den Fusionsabklärungen für eine Fusion der beiden Gemeinden ausgesprochen.