Spannende Einblicke ins Handwerk der Nagler und Strickerinnen von Sulz
Am Sonntag, einen Tag vor dem Internationalen Museumstags von gestern Montag, öffnete die KulturWerk-Stadt Sulz ihre Tore. Das Publikum kam und liess sich informieren.
Ludwig Dünner
Jedes Jahr am 18. ...
Spannende Einblicke ins Handwerk der Nagler und Strickerinnen von Sulz
Am Sonntag, einen Tag vor dem Internationalen Museumstags von gestern Montag, öffnete die KulturWerk-Stadt Sulz ihre Tore. Das Publikum kam und liess sich informieren.
Ludwig Dünner
Jedes Jahr am 18. Mai feiern Museen weltweit den Internationalen Museumstag. Auch sieben Institutionen im Jurapark Aargau öffnen ihre Türen und bieten ein abwechslungsreiches Programm. In Sulz war es die KulturWerk-Stadt, welche bereits am Sonntag von 9 bis 13 Uhr zum Schauen und Erleben einlud. Blieben die Besucher zu Beginn noch etwas aus, durften sich die Organisatoren danach über gut besuchte Führungen freuen, wo sich die Besuchenden bei den Live-Vorführungen ein Bild vom alten Handwerk machen konnten sowie von den Naglern und den Strickerinnen Informationen erhielten.
Besonders attraktiv war, dass die Besuchenden auch die Werkstatt im Lagerahaus besuchen konnten, wo die Strikmaschinen gewartet und restauriert werden. Ebenfalls durfte im selben Gebäude das Wollenlager besichtigt werden. In der KulturWerk-Stadt wurde zudem ein Bistro betrieben und das schöne Wetter lud dazu ein, draussen vor der KulturWerk-Stadt zu verweilen. Der Präsident der KulturWerk-Stadt, Reto Weiss, zeigte sich zufrieden und bedankte sich bei allen Helfenden.
Altes Handwerk erhalten
Die KulturWerk-Stadt in Sulz ist bemüht, altes Handwerk aus dem Dorf zu erhalten. So wurden in der Dorfmitte des Ortsteiles Sulz originalgetreue eingerichtete Räumlichkeiten hergerichtet. Einerseits wird das alte Handwerk des Herstellens von Nägeln gelernt und gepf legt, andererseits sind es die Strickerinnen, welche an den alten Dubied-Strickmaschinen, Schals, Mützen, Socken und viele weitere Stricksachen herstellen.
Zurzeit sind es zehn Nagler und sieben Strickerinnen, welche das alte Handwerk wieder erlernt haben und sich in der Nagelschmiede in Sulz regelmässig zum Üben treffen. Im oberen Stock der Kultur-Werk-Stadt werden die Strickmaschinen ebenfalls regelmässig bewegt, so dass auch die sieben Strickerinnen nicht aus der Übung kommen. Schliesslich werden immer wieder Führungen gebucht, wo das alte Handwerk vorgeführt wird.
Berühren erlaubt
Dass die Räumlichkeiten der Sulzer KulturWerk-Stadt einem Museum ähnlich sind, ist unumstritten. Was jedoch die KulturWerk-Stadt von einem Museum unterscheidet und entsprechend attraktiver macht, ist, dass da noch gearbeitet wird und nicht alles in einer Vitrine ausgestellt und der Zugang verboten ist.
Auch bekommt man in Sulz die Informationen nicht über einen Kopfhörer oder durch ein Buch vermittelt. Es gibt geführte Touren, die Nagler und Strickerinnen dürfen direkt zu ihren Tätigkeiten befragt und die Endprodukte angefasst werden.