Simone Rufli
Eben noch feierten wir die «Nacht der Sterne», löschten wir Lichter oder dimmten sie, um wieder einmal staunend ins unendliche Dunkel der Nacht zu blicken. Und schon steht am nächsten Mittwoch, 4. November, die «Helle Nacht» im Kalender; die ...
Simone Rufli
Eben noch feierten wir die «Nacht der Sterne», löschten wir Lichter oder dimmten sie, um wieder einmal staunend ins unendliche Dunkel der Nacht zu blicken. Und schon steht am nächsten Mittwoch, 4. November, die «Helle Nacht» im Kalender; die Aargauer Industriekulturnacht, die Wirtschaftsschaffen, Kultur und Bildungsbetriebe ins Scheinwerferlicht rückt.
Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Vielleicht ist es ein erhellendes Beispiel dafür, dass wir das Dazwischen, den Kompromiss brauchen. Wir packen ja auch den Rucksack in Vorfreude auf eine einsame Bergwanderung – und atmen dann doch erleichtert auf, wenn die Berghütte uns am Abend mit Licht und einer Steckdose empfängt.
Oder wir schwärmen vom Ballastabwerfen und Entrümpeln und schaffen damit doch oft einfach Platz für neue Anschaffungen.
Oder wir suchen an freien Tagen die digitale Auszeit, nur um kurz darauf Fotos davon über Social Media zu verschicken.
Vermutlich ist es überaus menschlich, natürlich und unvermeidbar, dass wir beides wollen: die Dunkelheit, um zur Ruhe zu kommen, das Licht, um das Leben und unsere Leistungen zu feiern.
Am Ende müssen wir uns gar nicht entscheiden zwischen Scheinwerferlicht und Sternenlicht. Kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch – wie so oft tut’s auch da der gut eidgenössische Kompromiss.