beRUFLIch: Showtime!
29.08.2025 KolumneSimone Rufli
Wie man den Präsidenten der Vereinigten Staaten im Zollstreit zum Einlenken bewegen könnte, darüber habe natürlich auch ich mir Gedanken gemacht.
Basel zum Beispiel könnte zur Unterstützung seiner Pharma-Konzerne den höheren ...
Simone Rufli
Wie man den Präsidenten der Vereinigten Staaten im Zollstreit zum Einlenken bewegen könnte, darüber habe natürlich auch ich mir Gedanken gemacht.
Basel zum Beispiel könnte zur Unterstützung seiner Pharma-Konzerne den höheren Roche-Turm, oder sicherheitshalber beide Türme, unter Verwendung von riesigen goldenen Lettern in «Trump-Tower I und II» umbenennen. Oder der Finanzplatz Zürich, der könnte sich anbiedern, indem die Bahnhofstrasse fortan «Trump-Boulevard» heissen würde.
Klar, das allein wird für einen fantastischen Deal nicht genügen. Das muss es aber auch nicht.
In Mollis am Eidgenössischen Schwing- und Älperfest bietet sich an diesem Wochenende die einmalige Chance, das «stabile Genie» zum König zu küren. Die Schwinger könnten immer noch mittels Kurz, Gammen, Brienzer, Bur, Übersprung und Hüfter die Ehrengaben unter sich ausmachen.
Sollte auch das nicht reichen, von den 39 Prozent herunterzukommen, kann das Fricktal den alles entscheidenden Trumpf ausspielen.
Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich Folgendes vor: Donald Trump mit Lorbeerkranz gekröntem Haupt auf einem goldenen Streitwagen stehend, den kaiserlichen Purpurmantel elegant über der rechten Schulter drapiert, das blonde Haar im Fahrtwind wehend, die Faust zum Gruss gereckt. Vor und hinter dem Streitwagen im Gleichschritt je eine Centurie Infanteristen. Die gepflästerte Strasse gesäumt von begeisterten Menschen, sie applaudieren und jubeln, lassen den Kaiser hochleben und rufen «Make Augusta Raurica great again!»
Der Triumphzug von Kaiser Trumpus endet in der vollbesetzten Arena, wo der Angehimmelte die Gladiatorenkämpfe eröffnet und später mit Daumen hoch oder runter über Leben und Tod des Unterlegenen entscheidet. Ich glaube, das würde ihm gefallen.
Wichtig für das Gelingen der Zollverhandlungen ist natürlich, dass der Präsident der Vereinigte Staaten nicht erfährt, dass alles nur eine Show ist im Rahmen von ESAF und Römerfest.