Simone Rufli
Immer öfter wache ich morgens auf und stelle fest: Mein Handy hat in der Nacht heimlich die Landesgrenze überschritten. Zumindest behauptet das mein Mobilfunkanbieter, der mir meistens zwischen 3 und 4 Uhr am Morgen freundlich mitteilt, dass sich mein Gerät nun ...
Simone Rufli
Immer öfter wache ich morgens auf und stelle fest: Mein Handy hat in der Nacht heimlich die Landesgrenze überschritten. Zumindest behauptet das mein Mobilfunkanbieter, der mir meistens zwischen 3 und 4 Uhr am Morgen freundlich mitteilt, dass sich mein Gerät nun im Ausland befindet. Da ich in den frühen Morgenstunden für gewöhnlich zu schlafen pflege, ist es meinem Smartphone bisher aber noch jedes Mal gelungen, pünktlich zu meinem Erwachen wieder auf der Kommode zu liegen.
Trotzdem mache ich mir natürlich je öfter das vorkommt, so meine Gedanken. Ich vermute allmählich, mein Handy führt ein Doppelleben. Tagsüber mein treuer Begleiter, nachts ein international agierender Geheimagent. Das würde so einiges erklären: die mysteriösen Akkuverluste, die plötzlichen Updates, die Apps, die ich nie installiert habe …
Vielleicht trifft es sich nachts auf einem abgelegenen Parkplatz oder in einer schwach beleuchteten Unterführung mit anderen Smartphones, tauscht Daten aus und verbreitet über Bluetooth streng geheime Informationen?
Vielleicht ist es beleidigt? Vielleicht habe ich es zu selten mit mir herumgetragen, zu oberflächlich geputzt oder womöglich gar zu lange ignoriert?
Am liebsten wäre es mir ja, es möchte einfach nur frische Luft schnappen, während ich schlafe. Ein kleiner nächtlicher Spaziergang über die digitale Grenze, um den Akku freizubekommen.