Simone Rufli
Wie haben Sie die erste nacholympische Woche überstanden? Fehlt Ihnen auch die tägliche Medaille? Oder vermissen Sie das Geräusch von Drohnen, die über Skipisten schwirren, über Schanzen fliegen und durch Bobbahnen jagen, während Sportlerinnen ...
Simone Rufli
Wie haben Sie die erste nacholympische Woche überstanden? Fehlt Ihnen auch die tägliche Medaille? Oder vermissen Sie das Geräusch von Drohnen, die über Skipisten schwirren, über Schanzen fliegen und durch Bobbahnen jagen, während Sportlerinnen und Sportler die Grenzen des Machbaren ausloten? Vermissen Sie Highspeed Skirennen und Big Air Spektakel?
Moderne Spiele sind ein Fest des Fortschritts, ein Spektakel aus Präzision, Perfektion und Performance. Bei der starken Bindung, die wir hierzulande von Natur aus zum Wintersport haben, geht fast vergessen, dass der Ursprung des Wintersports nicht in Laboren, sondern in den Bergen liegt.
Apropos Bindung: Nicht immer braucht es eine feste Bindung, um verbunden zu sein, keine starre Fixierung, keinen Zwang, nur genug Halt, um den Schwung zu tragen. An diesem Wochenende zum Beispiel im Rahmen der Telemarkada im kleinen Tessiner Skigebiet Nara im Bleniotal.
Mit altertümlichen Ski an den Füssen, die Ferse frei beweglich, gekleidet nicht in hautenge Skianzüge, sondern in Knickerbocker und flatternde Röcke, treffen sich Freunde des Telemark-Stils. Eins haben sie allen Olympioniken voraus: sie bringen ganz viel Zeit mit, um der vor über 150 Jahren in Norwegen erfundenen Form des Skifahrens zu frönen.
Erinnerungen an eine Zeit, in der noch nicht jede Fahrt in Millisekunden zerlegt wurde und es nicht darum ging, die Grenzen der Physik auszuhebeln. Nicht schneller, höher, weiter zählt, sondern die Eleganz des Schwungs.