Simone Rufli
Heute ist der 9. Oktober, Weltposttag. Eingeführt im Oktober 1969, auf den Tag genau 95 Jahre nach der Gründung der Universal Postal Union anno 1874 in Bern. Zur Erinnerung an die «zentrale Rolle des Postsektors im Privat- und Geschäftsleben sowie an ihren ...
Simone Rufli
Heute ist der 9. Oktober, Weltposttag. Eingeführt im Oktober 1969, auf den Tag genau 95 Jahre nach der Gründung der Universal Postal Union anno 1874 in Bern. Zur Erinnerung an die «zentrale Rolle des Postsektors im Privat- und Geschäftsleben sowie an ihren Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung».
Lassen Sie uns den Gelben Riesen also heute Freitag feiern. Werfen Sie sich in Schale, wenn Sie das Haus verlassen und würdigen Sie jeden Briefkasten, an dem Sie auf dem Weg zur Poststelle Ihres Vertrauens vorbeikommen mit einem kurzen Halt – viele werden es nicht mehr sein. Wenn Sie nicht zu erschöpft sind vom langen Fussmarsch bis zur nächstgelegenen Poststelle, lassen Sie sich in der Filiale mitreissen von der Volksfeststimmung. Vergessen Sie aber nicht, das Ticket zu lösen, bevor Sie sich in die schunkelnde Wartschlange einreihen und belohnen Sie den feierlichen Moment, in dem die Mitarbeiterin am einzigen offenen Schalter den Stempel mit chirurgischer Präzision auf die Briefmarke drückt mit tosendem Applaus.
Sollten Sie heute ein Paket empfangen, reissen Sie es nicht auf, ohne an den reibungslosen Transportweg zu denken. Haben Sie einen Brief zu verschicken, lecken Sie die Briefmarke mit Andacht ab und seien Sie dankbar für den süssen Geschmack der analogen Entschleunigung.
Und vor allem: Denken Sie erst morgen wieder daran, dass Sie die Zeitung am Dienstag wieder nicht bekommen haben und ab dem 1. Januar 2027 ein A-Post-Brief im Standardformat 1.40 Franken kostet, ein B-Post-Brief 1.10 und auch A-Post-Plus-Briefe sowie Einschreiben 20 Rappen teurer werden. Nicht dass Sie am Feiertag des Gelben Riesen einen roten Kopf bekommen, oder sich grün und blau ärgern.