Simone Rufli
Am letzten Mittwoch wäre es mir ums Haar gelungen. Fast hätte ich bei einer Versteigerung gewonnen. Ich wollte mir mal etwas Exklusives gönnen, ein bisschen Luxus halt. Nichts, was ich unbedingt brauche, einfach eine klitzekleine Belohnung im Alltag, eine ...
Simone Rufli
Am letzten Mittwoch wäre es mir ums Haar gelungen. Fast hätte ich bei einer Versteigerung gewonnen. Ich wollte mir mal etwas Exklusives gönnen, ein bisschen Luxus halt. Nichts, was ich unbedingt brauche, einfach eine klitzekleine Belohnung im Alltag, eine kleine Aufmunterung zum Frühlingsanfang.
Wofür arbeitet man denn, wenn nicht, um sich das Leben eine kleine Spur glanzvoller zu gestalten, habe ich mir gesagt – und gehofft, dass meine Familie das auch so sieht. Erzählt habe ich ihnen nichts, es sollte auch für sie eine freudige Überraschung sein.
Was habe ich mich deshalb geärgert, als kurz bevor der Hammer auf meinem Gebot niederging, jemand noch ein paar Franken mehr geboten hat.
Und ganz ehrlich – ein bisschen wurmt es mich auch heute noch. Immerhin war ich drauf und dran, mit meinem Gebot einen Rekord zu brechen. In der Schweiz hat noch nie jemand so viel Geld geboten für einen vergleichbaren Gegenstand.
Etwas Trost finde ich im Gedanken, dass ich, als im Kanton Aargau wohnhaft und gemeldet, das Nummernschild «SO 1» für 390 000 Franken an meinem Auto ja gar nicht hätte montieren können.
Der bisherige Schweizer Rekord, gehalten von «ZH 24», lag bei 299 000 Franken, geboten im Juli 2024.