Simone Rufli
Gemeindeversammlungen hier, eidgenössische Abstimmungen da, kommunale Wahlen dort. Was sind wir in diesen Wochen partizipativ wieder gefordert! Kommunikativ sind Parteien und Behörden, interpretativ manches Votum, fakultativ ist die Teilnahme und manchmal das Korrektiv, ...
Simone Rufli
Gemeindeversammlungen hier, eidgenössische Abstimmungen da, kommunale Wahlen dort. Was sind wir in diesen Wochen partizipativ wieder gefordert! Kommunikativ sind Parteien und Behörden, interpretativ manches Votum, fakultativ ist die Teilnahme und manchmal das Korrektiv, genannt Referendum, im Nachgang.
Vor lauter «iv» kann es schon mal passieren, dass man des Nachts noch davon träumt:
Eine WG
Subversiv hat in der Nacht heimlich die Regeln geändert. Explosiv übertreibt es mit der Reaktion schon beim Frühstück. Passiv weigert sich aufzustehen und Initiativ startet wieder einmal drei Projekte gleichzeitig. Konstruktiv und Destruktiv bemühen sich um Ausgewogenheit – so vergeht der Vormittag im Kollektiv.
Bis einer merkt: Kreativ hat still und heimlich die Wände bunt bemalt. Defensiv ist ostentativ bemüht zu erklären, dass es nichts dafür kann. Aggressiv findet die Farbauswahl provokativ und gestaltet die Diskussion absichtlich offensiv. Persuasiv derweil hat leichtes Spiel, Naiv davon zu überzeugen, dass alles halb so schlimm ist. Und wer räumt am Ende auf? – Wie immer Effektiv.
Unbemerkt von allen sitzt Reflexiv ruhig in einer Ecke und denkt intensiv über sich und das Treiben der anderen nach.