«Über dem GartenBerg steht ein guter Stern»
21.05.2026 WölflinswilDie Bilanz im fünften Erntejahr fällt durchwegs positiv aus
Frisch, unverpackt und bio, so kommen die Gemüsekörbe aus Wölflinswil immer am Donnerstag zu den Abonnenten. Obwohl die Genossenschaftler mit den Mitgliederzahlen zufrieden sind, sehen sie noch Wachstumspotential.
...Die Bilanz im fünften Erntejahr fällt durchwegs positiv aus
Frisch, unverpackt und bio, so kommen die Gemüsekörbe aus Wölflinswil immer am Donnerstag zu den Abonnenten. Obwohl die Genossenschaftler mit den Mitgliederzahlen zufrieden sind, sehen sie noch Wachstumspotential.
Petra Schumacher
Der «GartenBerg», eine Genossenschaft mit rund 130 Mitgliedern, funktioniert nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Wer Mitglied ist, bekommt wöchentlich – im Winter jede zweite Woche – sein Bio-Gemüseabo ins Depot unweit vom jeweiligen Wohnort geliefert. Aktuell gibt es im Fricktal und Aarau zehn Depots. Dafür zahlt man einen fixen Jahresbeitrag und leistet frei wählbare Arbeitseinsätze auf dem «GartenBerg».
Ein besonderer Ort
Wir treffen uns Anfang Mai für einen Augenschein morgens auf dem Feld. «Aktuell werden Zucchini ausgepf lanzt, die Tomaten folgen», erklärt Irene Tanner GartenBerg-Hofbewohnerin und Berglerin der ersten Stunde. Hier oben auf dem Berg ist man wie weg von der Welt. Dazu kommt der weite Blick in alle Richtungen. «Unsere Mitglieder schätzen die Mitarbeit sehr. Manche kommen am Anfang der Woche, weil sie die Ruhe bei der Arbeit und eine kurze Auszeit mögen. Andere wählen das Aktionswochenende, wo wir für bestimmte Arbeiten viele Menschen benötigen, weil sie die Gemeinschaft und den Austausch suchen. So unterschiedlich wir sind, mit dem Garten haben wir alle einen gemeinsamen Nenner und das verbindet.»
Etabliert
Ziemlich konstant verzeichnet die Genossenschaft 130 Mitglieder. «Fast die Hälfte ist von Anfang an dabei, darauf sind wir recht stolz», erklärt Heidi Emmenegger, die zu den Gründungsmitgliedern vom Garten zählt. Die Bilanz der beiden Frauen fällt durchwegs positiv aus: «Der GartenBerg ist etabliert. Das Konzept hat sich bewährt, unsere Abläufe konnten wir optimieren und die Zufriedenheit unserer Mitglieder ist spürbar.»
Neue Abos
Regelmässige Umfragen bei den Abonnenten hätten geholfen, notwendige Anpassungen relativ schnell vorzunehmen, erläutert Tanner. «So haben wir gemerkt, dass sich die Leute mehr Flexibilität wünschen.» Im letzten Jahr wurde das Probeabo für drei Monate eingeführt und der Ferienstopp, bei dem für einen Monat das Abo pausieren kann. «Ganz neu bieten wir auch das Miniabo für Einzelpersonen an. Dieses Angebot trifft auf grosses Interesse. Wir haben schon elf neue Abonnenten.» Ab diesem Sommer wird es zudem möglich sein, Zusatzabos für Kartoffeln und Mehl abzuschliessen. «Ideen für weitere Angebote sind schon in der Diskussion, aber aktuell noch nicht spruchreif», so die GartenBerglerin.
Um die sechzig verschiedene Gemüse und Kräuter werden übers Jahr verteilt angebaut. Etwa zehn bis zwölf unterschiedliche Sorten landen jeweils wöchentlich im grossen Korb, der für drei bis vier Personen gedacht ist. «Wir hören immer wieder, dass die Mitglieder durch die Gemüsevielfalt beim Kochen viel experimentierfreudiger geworden sind. Rezepte und Tipps sind bei uns immer gefragt», erzählt Heidi Emmenegger.
«Über dem GartenBerg steht ein guter Stern», fasst Irene Tanner ihre Bilanz der letzten fünf Erntejahre zusammen. Die Frage zu Perspektiven und weiteren Zielen wird zweiteilig beantwortet: «Neue Zielgruppen erschliessen, ist sicherlich weiterhin unser Thema», so Irene Tanner. «Gerade in Frick sehen wir noch Wachstumspotenzial.» Heidi Emmenegger ergänzt: «Wir sollten weiterhin die Balance zwischen neuen Ideen und bewährten Prozessen halten können und zudem Projekten die notwendige Zeit für deren Entwicklung geben.»


