Von Hornussen über Laufenburg bis Rheinfelden sind Kapellen nach dem heiligen Fridolin benannt und lassen sich Wand- und Altarbilder oder Statuen in den Kirchen finden. Er gilt als Schutzpatron für Vieh und soll gegen Feuer- und Wassergefahr, Kinderkrankheiten und Erbschleicherei ...
Von Hornussen über Laufenburg bis Rheinfelden sind Kapellen nach dem heiligen Fridolin benannt und lassen sich Wand- und Altarbilder oder Statuen in den Kirchen finden. Er gilt als Schutzpatron für Vieh und soll gegen Feuer- und Wassergefahr, Kinderkrankheiten und Erbschleicherei helfen.
Petra Schumacher
Wie bei vielen Legenden, gibt es auch zu Fridolin unterschiedliche Erzählweisen. Einige Quellen besagen, dass der Missionar im 6. Jahrhundert als Glaubensbote von Irland kam, um das Grab des von ihm sehr verehrten Bischofs Hilarius in Poitiers, Frankreich, zu besuchen. Als er das Grab verwüstet vorfand, bestattete Fridolin Hilarius Überreste und errichtete eine Kirche. Nachdem er dort erste Wunder vollbracht hatte, ging Fridolin auf Missionsreise und verbreitete den christlichen Glauben. Er zog über Strassburg und Konstanz nach Chur und gründete Kirchen und Klöster, bevor er sich auf der Rheininsel Säckingen, die ihm geschenkt wurde, niederliess. Gerade von der Fricktaler Bevölkerung erfuhr Fridolin Widerstand. Zur Besänftigung der Fricktaler und zu seinem eigenen Schutz leitete er den Rhein um. Er legte den nördlichen Fluss, der bis dahin der Hauptstrom war, trocken und f lutete dafür den südlichen Rheinarm, sodass dieser für die Schifffahrt und den Fischfang nutzbar wurde. Danach gründete Fridolin das Doppelkloster von Säckingen und verbreitete weiter seine Lehre.
Glarner Land geht an das Kloster Säckingen
Christoph Baumgartner, Mitglied der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Fridolin. «Für die Geschichte um den Heiligen gibt es zwei Teile. Während sich der erste, der historische Teil, auf das 6. Jahrhundert bezieht, findet sich ein zweiter Teil erst im 13. Jahrhundert», so Baumgartner. «Hier dient eine neue Legende kirchenpolitischen Aufgaben. Fridolin soll von dem sterbenden, reichen Bürger Ursus grosse Teile des Glarner Landes geschenkt bekommen haben, was dessen Bruder Landolf aber nicht anerkennen wollte und deshalb vor Gericht in Rankwil zog. Fridolin soll Ursus als Zeugen aus dem Grab zu Hilfe geholt haben. Landolf sei, als er seinen bereits in Verwesung übergegangenen Bruder sah, so erschrocken und beschämt gewesen, dass er Fridolin auch seinen Teil des Glarner Landes schenkte, das auf diese Weise vollständig an das Kloster Säckingen gelangte.»
Dargestellt mit Wanderstab, Bibel und Heiligenschein nahmen die Glarner Fridolin ihn in ihr Kantonswappen auf. In kirchlichen Darstellungen, wie sie auch im Fricktal zahlreich zu finden sind, wird Fridolin meist zusammen mit einem Skelett dargestellt. «Bei der Betrachtung dieser Abbildungen ist ein Detail wichtig», erklärt Christoph Baumgartner. «Fridolin reicht dem Tod die Hand und zieht ihn ins Leben, damit dieser die Wahrheit bekundet. Durch die Kraft Gottes wird der Tod zum Zeugen für den Glauben und für das Eigentum des Klosters.»
Der 6. März gilt als Fridolinstag
Alljährlich wird am Sonntag darauf, in diesem Jahr am 8. März, nach einer Wallfahrtsmesse, ein prächtiger Silberschrein mit Fridolin Reliquien in einer grossen Festprozession unter Beteiligung von Musikkapellen und Trachtenträgern mit Vertretern aus dem Fricktal und Glarus durch die Strassen von Bad Säckingen getragen.