Bei der AEW sprudelt der Gewinn, der Kanton Aargau schöpft ab

  11.04.2026 Aargau

Die AEW Energie AG ist als selbstständiges Unternehmen des Kantons Aargau für die Energieversorgung zuständig. Das Geschäftsjahr 2025 war mit einem Gewinn von 160 Millionen Franken sehr erfolgreich.

Zwar lag die Gesamtleistung der AEW-Gruppe mit 833,1 Millionen Franken Umsatz leicht tiefer als im Vorjahr. Dennoch erreichte das operative Betriebsergebnis (EBIT) sehr gute 131,4 Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 24,4 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem positiven Geschäftsgang beigetragen hatte das Energiegeschäft sowie positive Kapitalmarktentwicklungen. In die Energieinfrastruktur wurden im letzten Jahr 94,3 Millionen Franken investiert.

Wie die AEW informiert, war Treiber dieser positiven Performance insbesondere die effiziente Bew irtschaftung des Energ iegeschäfts, mit einer frühzeitigen Verwertung der Eigenproduktion an der Stromhandelsbörse und tieferen Ausgleichsenergiekosten. Die positiven Entwicklungen an den Kapitalmärkten sorgten für eine vorteilhafte Performance des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt, an dem die AEW mit 5,4 Prozent beteiligt ist. Das gute Unternehmensergebnis ist unter anderem auch auf die Axpo-Dividende und eine Wertberichtigung im K raft werksportfol io zu rückzuführen.

Marc Ritter, CEO der AEW, bestätigt: «Operativ war 2025 ein sehr gutes Jahr für die AEW. Unsere Organisation hat Tempo aufgenommen und gleichzeitig bewiesen, dass sie auch in einem sehr anspruchsvollen und dynamischen Marktumfeld leistungsfähig ist.»

Auf Basis des bereinigten Unternehmensergebnisses von 159,7 Millionen Franken wird der Generalversammlung am 21. Mai 2026 eine Dividendenausschüttung von 53 Millionen Franken an den Kanton beantragt. (mgt/ WH)


Der Kunde geht leer aus

Es ist erfreulich, wenn die Aargauer AEW Energie AG gut geführt ist und gut wirtschaftet. Wenn nun in einem besonders guten Jahr 160 Millionen Franken Gewinn gemacht werden, stellt sich für den Eigentümer, den Kanton Aargau, die berechtigte Frage, wem dieser Gewinn in erster Linie zugutekommen soll. Auch wenn teilweise Sonderfaktoren zu diesem hohen Gewinn geführt haben, ist das eigentliche Energiegeschäft – in einem kontrollierten Markt notabene – die Basis für diesen Erfolg. Warum gönnt sich der Kanton nun selbst eine stolze Dividende von 53 Millionen Franken, wenn er bereits 1,4 Milliarden Franken im Reservefonds auf der hohen Kante hat? Warum stärkt die AEW ihr Eigenkapital zusätzlich, wenn sie bereits ein solches im Umfang von 1 Milliarde hat? Wäre es nicht angebracht, dass auch an die Kunden gedacht wird? Ein Rabatt von 10 Prozent auf den Energiepreisen wäre absolut gerechtfertigt, wirtschaftsfreundlich und problemlos zu finanzieren.

WALTER HERZOG


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